Kerma
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
SI-Einheit: Gray (Gy)
Englisch: kerma
Definition
Der Kerma, kurz K, ist eine physikalische Dosisgröße der Dosimetrie und beschreibt die auf geladene Teilchen übertragene kinetische Energie pro Masse eines bestrahlten Materials infolge der Wechselwirkung von indirekt ionisierender Strahlung mit Materie. Der Kerma gibt somit an, wie viel Energie durch die Wechselwirkung von Strahlung zunächst auf sekundäre geladene Teilchen (z.B. Elektronen) übertragen wird. Kerma steht für Kinetic Energy Released per unit MAss).
Physikalischer Hintergrund
Indirekt ionisierende Strahlung wie Röntgenstrahlung oder Gamma-Strahlung überträgt ihre Energie zunächst auf sekundäre geladene Teilchen, insbesondere Elektronen. Diese verursachen anschließend durch Ionisation und Anregung die Energieabsorption im Material. Diese Energieübertragung erfolgt über Wechselwirkungsprozesse wie:
Der Kerma beschreibt die dabei zunächst auf die geladenen Teilchen übertragene kinetische Energie.
Berechnung
Der Kerma ist definiert als die auf geladene Teilchen übertragene kinetische Energie Etr pro Masse m des bestrahlten Materials:
mit:
- – übertragene kinetische Energie der sekundären geladenen Teilchen
- – Masse des bestrahlten Materials
Einheit
Die SI-Einheit des Kerma ist das Gray (Gy):
Damit besitzt der Kerma dieselbe Einheit wie die Energiedosis.
Zusammenhang mit der Energiedosis
Der Kerma beschreibt die zunächst auf geladene Teilchen übertragene Energie, während die Energiedosis die tatsächlich im Material deponierte Energie beschreibt. Unter Bedingungen des geladenen Teilchengleichgewichts ("charged particle equilibrium") gilt näherungsweise:
In diesem Fall entspricht der Kerma der Energiedosis.
Anwendung in Radiologie und Strahlenschutz
Der Kerma ist eine grundlegende Größe der Strahlenphysik und wird insbesondere bei der Dosimetrie von Photonenstrahlung wie Röntgenstrahlung oder Gamma-Strahlung verwendet. In der Radiologie wird häufig der Begriff Luftkerma verwendet, der die auf geladene Teilchen übertragene kinetische Energie pro Masse in Luft beschreibt. Der Luftkerma dient unter anderem:
- zur Charakterisierung von Strahlungsfeldern
- zur Kalibrierung von Dosimetern
- als Referenzgröße für verschiedene Dosisgrößen der medizinischen Dosimetrie
Auch im Strahlenschutz wird der Kerma zur Beschreibung von Strahlungsfeldern und zur Bestimmung von Referenzdosen verwendet.