Luftkerma
Englisch: air kerma
Definition
Der Luftkerma beschreibt die auf sekundäre geladene Teilchen in Luft übertragene kinetische Energie pro Masse infolge der Wechselwirkung von ionisierender Strahlung. Der Luftkerma ist eine wichtige physikalische Dosisgröße der Dosimetrie und wird insbesondere zur Charakterisierung von Strahlungsfeldern in der Radiologie verwendet.
Physikalischer Hintergrund
Bei der Wechselwirkung von Photonenstrahlung (z.B. Röntgenstrahlung oder Gamma-Strahlung) mit Luft wird Energie auf sekundäre geladene Teilchen, vor allem Elektronen, übertragen. Diese geben ihre Energie anschließend durch Ionisation und Anregung an das umgebende Medium ab. Der Luftkerma beschreibt die zunächst auf diese sekundären Elektronen übertragene kinetische Energie pro Masse der Luft.
Berechnung
Der Luftkerma ergibt sich aus der auf geladene Teilchen übertragenen kinetischen Energie pro Masse der Luft:
Die SI-Einheit des Luftkerma ist das Gray (Gy):
Zusammenhang mit der Energiedosis
Unter Bedingungen des geladenen Teilchengleichgewichts (charged particle equilibrium) ist der Luftkerma näherungsweise gleich der in Luft deponierten Energiedosis:
Anwendung in Radiologie und Strahlenschutz
Der Luftkerma ist eine wichtige Referenzgröße in der Röntgendiagnostik. Er wird verwendet:
- zur Charakterisierung von Röntgenstrahlungsfeldern
- zur Kalibrierung von Dosimetern
- als Grundlage für weitere Dosisgrößen, z. B. das Dosisflächenprodukt
In der Praxis wird der Luftkerma häufig zur Abschätzung der Strahlenexposition von Patienten bei radiologischen Untersuchungen herangezogen. Im Strahlenschutz wird der Luftkerma zur Beschreibung von Strahlungsfeldern und zur Festlegung von Referenzdosen verwendet. Er dient außerdem als Grundlage für verschiedene Messgrößen der Personendosimetrie und der Umgebungsdosimetrie.