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Kehlkopfhöhle (Veterinärmedizin)

Synonym: Cavum laryngis

1 Definition

Als Kehlkopfhöhle bzw. Cavum laryngis bezeichnet man den im Inneren des Larynx befindlichen Hohlraum beim Haussäugetier.

2 Anatomie

Der Larynx wird hauptsächlich von der Struktur der Kehlkopfknorpel (Cartilagines laryngis) gebildet. Das knorpelige Gerüst wird durch zahlreiche Bänder und Muskeln ergänzt. Rostral ist der Larynx mit den Knorpeln des Zungenbeins (Os hyoideum) und kaudal mit der Trachea (Luftröhre) verbunden.

Der Zugang zur Kehlkopfhöhle wird vom Kehlkopfeingang (Aditus laryngis) begrenzt. Die Kehlkopfhöhle selbst kann von rostral nach kaudal in drei Abschnitte gegliedert werden:

2.1 Vestibulum laryngis

Der relativ lange Kehlkopfvorhof beginnt weitlumig über der Kaudalfläche des Kehldeckels (Epiglottis) mit dem Kehlkopfeingang. Im weiteren Abschnitt verjüngt er sich zunehmend nach kaudal und bildet so die Vorhoffalten (Plicae vestibulares) bzw. die Vorhofenge (Rima vestibuli). Beim Pferd und auch beim Schwein ist ventral im Vestibulum laryngis die mittlere Kehlkopftasche (Recessus laryngis medianus) ausgebildet. Eine solche Tasche fehlt den Fleischfressern und den Wiederkäuern.

Zwischen den seitlichen Kehldeckelfalten (Plicae aryepiglotticae) und den mit Schleimhaut bedeckten Stellknorpeln (Cartilagines arytaenoideae) ist bei der Katze, beim Schwein und auch beim Wiederkäuer eine schmale Schleimhautnische ausgebildet. Am kaudalen Ende des Kehlkopfvorhofs finden sich bei Hund, Schwein und Pferd als laterale Ausbuchungen die seitlichen Kehlkopftaschen (Ventriculi laryngis). Bei der Katze und bei den Wiederkäuern hingegen ist an dieser Stelle nur eine muldenförmige Grube vorhanden.

2.2 Glottis

An das Vestibulum laryngis schließt die Glottis an, die bis an den kaudalen Rand der Stimmfalten reicht. Die Kehlkopfenge beherbergt somit jenen Teil des Stimmapparats, der aus

  • den beiden Stimmfalten (Plicae vocales),
  • den Stellknorpeln mit ihrem Stimmfortsatz (Processus vocalis) mitsamt Schleimhautüberzug und
  • aus der Stimmritze (Rima glottidis) besteht.

Der ventrale Abschnitt der Rima glottidis liegt als Pars intermembranacea zwischen den beiden Stimmfalten. Der dorsale Anteil hingegen befindet sich zwischen den Stellknorpeln und wird als Pars intercartilaginea bezeichnet. Dieser Abschnitt unterliegt großen tierartlichen Unterschieden.

2.3 Cavum infraglotticum

Das kurze Cavum infralglotticum bildet den an die Glottis anschließenden, weitreichenden Ausgangsraum des Larynx. Dieser Abschnitt wird ringsum vom Ringknorpel (Cartilago cricoidea) gestützt, sodass der kaudale Rand der Kehlkopfhöhle fließend in die Trachea übergehen kann.

3 Literatur

  • Nickel R, Schummer A, Seiferle E. 2004. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band II: Eingeweide. 9., unveränderte Auflage. Stuttgart: Parey in MSV Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN 978-3-1324-2495-1
  • Salomon FV, Geyer H, Uwe G. 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1

Diese Seite wurde zuletzt am 26. November 2020 um 18:18 Uhr bearbeitet.

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