Jeanne-Zeichen
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LoslegenEnglisch: Jeanne's sign
Definition
Das Jeanne-Zeichen ist ein klinisches Zeichen einer Ulnarisparese. Beim Schlüsselgriff bzw. beim Festhalten eines Papierstreifens zwischen Daumen und Zeigefinger kommt es zu einem schwachen, instabilen Spitzgriff mit kompensatorischer Hyperextension im Metakarpophalangealgelenk des Daumens.[1]
Hintergrund
Ursächlich ist eine Schwäche des Musculus adductor pollicis, der vom Nervus ulnaris innerviert wird. Sie vermindert seine stabilisierende Wirkung auf das Daumengrundgelenk.[1] Das Jeanne-Zeichen tritt häufig gemeinsam mit dem Froment-Zeichen auf, einer kompensatorischen Flexion im Interphalangealgelenk des Daumens.[1][2]
Untersuchung
Der Patient wird gebeten, einen Papierstreifen zwischen Daumen und Zeigefinger festzuhalten (Spitzgriff). Der Untersucher versucht anschließend, das Papier herauszuziehen. Bei positivem Zeichen zeigt sich anstelle eines stabilen Griffs eine Hyperextension im Metakarpophalangealgelenk des Daumens.[1] Ein Seitenvergleich mit der Gegenhand erhöht die Zuverlässigkeit der Untersuchung.[1]
Klinische Bedeutung
Das Jeanne-Zeichen ist ein Hinweis auf eine motorisch relevante Schädigung des Nervus ulnaris, etwa bei einem Sulcus-ulnaris-Syndrom[1] oder einem Loge-de-Guyon-Syndrom mit Beteiligung des tiefen motorischen Astes.[3]
Eine systematische Untersuchung der Sensitivität und Spezifität des Jeanne-Zeichens als eigenständiger Test liegt nicht vor. In der klinischen Praxis wird es nicht als alleiniger Test verwendet, sondern im Zusammenhang mit weiteren klinischen Zeichen (z. B. Wartenberg-Zeichen) bewertet.[1][4]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Jeanne's Sign, abgerufen am 07.09.2026
- ↑ Froment's Sign, abgerufen am 07.09.2026
- ↑ Hammarstedt et al., Pigmented Villonodular Synovitis as an Atypical Cause of Deep Motor Branch Neuropathy, J Orthop Case Rep, 2021
- ↑ Pollock's Sign, abgerufen am 07.09.2026