Intrauterine Insemination
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LoslegenEnglisch: intrauterine insemination
Definition
Als intrauterine Insemination, kurz IUI, bezeichnet man in der Reproduktionsmedizin das künstliche Einbringen von aufbereiteten Spermien in den Uterus. Dabei handelt es sich um eine der möglichen Techniken der In-vivo-Fertilisation. Die IUI ist eine der ältesten reproduktionsmedizinischen Techniken.
Einteilung
Je nach Herkunft des verwendeten Spermas unterscheidet man:
- Homologe IUI: Verwendung des Partnerejakulats
- Heterologe IUI (Donor-IUI): Verwendung von kryokonserviertem Spendersamen
Indikationen
Die IUI ist zumeist der erste Therapieschritt einer Kinderwunschbehandlung.
Die Grundvoraussetzungen für eine IUI sind:
- funktionale Eileiter
- regelrechte Ovulation
- keine oder nur leicht eingeschränkte Samenparameter
Weitere Indikationen umfassen ungeklärte Infertilität, zervikale Faktoren sowie die Verwendung von Spendersamen bei fehlenden oder nicht verwertbaren Spermien des Partners oder bei gleichgeschlechtlichen Paaren.
Kontraindikationen
Die IUI ist kontraindiziert bei:
- beidseitig verschlossenen oder nicht passierbaren Eileitern
- aktiven genitalen Infektionen (z.B. aktive Chlamydien-Infektion)
- fortgeschrittener Endometriose mit tubarer Beteiligung
Ablauf
Die IUI kann mit oder ohne hormonelle Stimulation der Eierstöcke durchgeführt werden. Transvaginale Ultraschalluntersuchungen und Hormonbestimmungen aus dem Blutserum geben Auskunft über das Follikelwachstum und die Reife des Follikels. Ein hormonell induzierter Eisprung wird zum passenden Zeitpunkt gezielt mittels hCG ausgelöst. Die IUI findet typischerweise 32–36 Stunden nach dem Trigger statt.
Am Tag der IUI wird das Sperma des Partners (bzw. bei heterologer IUI das Spendersperma) durch Masturbation gewonnen und anschließend im Labor aufbereitet. Ziel der Aufbereitung ist die Trennung der Spermien von Samenflüssigkeit, Leukozyten, Zelltrümmern und potenziellen Erregern. Es existieren unterschiedliche Methoden zur Samenaufbereitung, wie das Swim-up-Protokoll und die Gradienten-Technik. Für die IUI eignet sich auch tiefgefrorenes, d.h. kryokonserviertes Sperma.
Die Samenzellen werden dann mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingebracht.
Bei stimulierten IUI-Zyklen kann eine vaginale Progesteron-Gabe als Lutealphasenunterstützung die Lebendgeburtenrate verbessern.[1]
Erfolgsrate
Die klinische Schwangerschaftsrate pro IUI-Zyklus variiert je nach Indikation, Patientenalter und Stimulationsprotokoll erheblich.[2] Bei ausbleibendem Erfolg wird in der Regel nach mehreren Zyklen eine Eskalation auf In-vitro-Fertilisation (IVF) oder ICSI erwogen.
Komplikationen
- Mehrlingsschwangerschaft: Das Risiko steigt bei ovarieller Stimulation erheblich an und ist die klinisch bedeutsamste Komplikation der stimulierten IUI.
- Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS): Tritt bei IUI seltener auf als bei IVF, ist aber bei starker Follikelreifung möglich.
- Infektionen: Selten, durch aseptische Technik minimierbar.
- Uterine Krämpfe: Gelegentlich unmittelbar nach der Insemination, meist selbstlimitierend.
Quellen
- ↑ Chronopoulou E et al. Optimizing intrauterine insemination: A systematic review and meta-analysis of the effectiveness and safety of clinical treatment add-ons. Acta Obstet Gynecol Scand. 2024;103(10):1919–1932.
- ↑ Bahadur G et al. Observational retrospective study of UK national success, risks and costs for 319,105 IVF/ICSI and 30,669 IUI treatment cycles. BMJ Open. 2020;10(3):e034566.