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Internodium (Histologie)

Englisch: internodal segment

1 Definition

Als Internodium bezeichnet man den myelinisierten Abschnitt eines Axons zwischen zwei Ranvier-Schnürringen, der bei der saltatorischen Erregungsleitung übersprungen wird. Die Länge der Internodien ist unter anderem von der Faserstärke des Nerven abhängig. Beim Menschen haben sie eine Länge von 0,5 bis 2 mm.

2 Hintergrund

Die Myelinscheide der Axone wird von Gliazellen des Nervensystems gebildet, indem sich diese Zellen mehrmals um den Nervenzellfortsatz wickeln. Im PNS übernehmen diese Aufgabe die Schwann-Zellen, im ZNS die Oligodendrozyten. Zwischen den von der Myelinscheide eingehüllten Axonabschnitten bestehen in regelmäßigen Abständen Lücken, die keine isolierende Myelinscheide aufweisen. Sie werden Ranvier-Schnürringe genannt.

Im Bereich der Ranvier-Schnürringe steht das Axon so in Kontakt mit dem Extrazellulärraum, dass ein Aktionspotential aufgebaut werden kann. Im internodalen Axonabschnitt sind hingegen keine Aktionspotentiale möglich, da das Axon von der Myelinscheide isoliert wird. Dieses Konstruktionsprinzip ist die Grundlage der saltatorischen Erregungsleitung.

3 Klinik

Ein segmentaler Ausfall einzelner Internodien kann die Funktion eines Nerven erheblich beeinträchtigen. Das ist zum Beispiel häufig bei einer Polyneuropathie der Fall. Nach bestimmten Nervenentzündungen (z.B. bei Multipler Sklerose) kommt es zu einer gestörten Remyelinisation mit verkürzten Internodien.

Fachgebiete: Histologie

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