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Herzskelett (Veterinärmedizin)

Englisch: cardiac skeleton, fibrous skeleton of the heart

1 Definition

Das Herzskelett ist eine aus Bindegewebe sowie Knorpel- und Knochensubstanz bestehende Stützstruktur im Myokard des Herzens. Es ist tierartlich unterschiedlich stark ausgebildet.

2 Anatomie

Das Herzskelett ist im Grenzbereich zwischen Aorta bzw. Truncus pulmonalis und Herz sowie zwischen Vorhof- und Ventrikelmuskulatur eingebaut.

Es besteht aus Sehnengewebe, Knorpel- und Knochensubstanz. Jener Anteil, der in unmittelbarer Umgebung des Ostium aorticum und somit im Zentrum der Herzventilebene liegt, verhindert während der Herzaktion störende Formveränderungen des Ostiums. Gleichzeitig dient es der Ventrikelmuskulatur sowohl als Ursprung- als auch als Ansatzstelle.

Durch das Herzskelett kann ein normaler Ablauf der Herzfunktion gewährleistet werden.

2.1 Bestandteile

Das Herzskelett besteht im wesentlichen aus vier Einzelringen, die aufgrund ihrer Lage unterschiedlich bezeichnet werden:

2.2 Anuli fibrosi arteriosi

Die Anuli fibrosi arteriosi sind wenig widerstandsfähige, aus Bindegewebe bestehende Ringe, die zwischen der Aorta bzw. dem Truncus pulmonalis einerseits und den beiden Ostien der Ventrikel andererseits eingefügt sind. Als ringförmige Grenzstrukturen setzen sie sich aus je drei mit ihrer Konvexität herzwärts gerichteten Bögen zusammen, die über ihre aufragenden, einander benachbarten Schenkel miteinander verbunden sind.

2.3 Anuli fibrosi atrioventriculares

Die Anuli fibrosi atrioventricularis verhalten sich ähnlich wie die Anuli fibrosi arteriosi. Sie gleichen diesen sowohl in ihrer Ausbildung als auch in ihrer Form. In ihrem Verlauf umrunden sie die Atrioventrikularöffnungen und bestehen aus einem bindegewebigen Fasernetz, das in das Interstitium der Atrien- und Ventrikelmuskulatur übergeht. Hierbei ist anzumerken, dass die Ringe keinen direkten Kontakt mit den Muskelfasern besitzen.

Die Anuli fibrosi atrioventriculares dienen einerseits der morphologischen, andererseits der funktionellen Trennung der Vorhof- und Kammermuskulatur. Dadurch gewährleisten sie eine störungsfreie Koordination der Vorhof- und Ventrikeltätigkeit.

3 Tierartliche Unterschiede

3.1 Pferd

Beim Pferd besteht das Herzskelett aus zwei von den Anuli fibrosi völlig unabhängigen sehnigen Schichten. Es gliedert sich in ein Trigonum septale, Trigonum ventriculare sinistrum und in ein Trigonum ventriculare dextrum. Die sehnigen Anteile des Herzskeletts werden durch drei Herzknorpel ergänzt Cartilago cordis septalis, Cartilago cordis sinistra und Cartilago cordis accessoria.

3.2 Rind

Beim Rind besteht das Herzskelett aus zwei Herzknochen, einem großen, 50 bis 60 mm langen Os cordis dextrum und einem kleineren Os cordis sinistrum. Beide Knochen entsprechen nach Lage und Funktion den Trigona fibrosa des Pferdes und können demzufolge auch als Trigona ossea bezeichnet werden. Als eigenständige Einheiten gehören sie zum Konusbereich des linken Ventrikels und dienen hier zur Formbewahrung des Ostium aorticum, indem sie es in der hämodynamisch günstigsten Stellung stabilisieren. Sie dienen auch den Muskelfasern der Herzkammerscheidewand als Ursprungs- und Ansatzstelle.

3.3 Hund

Das Herzskelett beim Hund zeigt artspezifische Besonderheiten und besteht aus einem Trigonum cartilagineum dextrum und aus der Cartilago cordis septalis.

3.4 Kleine Wiederkäuer

Beim Schaf und auch bei der Ziege besteht das Herzskelett im wesentlichen aus zwei Herzknochen, die in ihrer Ausprägung mit den Verhältnissen beim Rind übereinstimmen.

3.5 Schwein

Über das Herzskelett des Schweines liegen keine wissenschaftlichen Untersuchungen vor. Es ist jedoch bekannt, dass das Schwein über einen als Stützelement dienenden Herzknorpel verfügt, der - ähnlich wie bei den kleinen Wiederkäuern - im höheren Alter verknöchern kann.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Uwe Gille. Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag, 2005.

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