Harnanionenlücke
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LoslegenSynonyme: Anionenlücke im Harn, Anionenlücke im Urin
Englisch: urinary anion gap, urine anion gap, UAG
Definition
Die Harnanionenlücke ist ein diagnostischer Parameter zur Erkennung von Störungen im Säure-Basen-Haushalt. Er wird vor allem zur Differenzierung der hyperchlorämischen metabolischen Azidose verwendet. Die Harnanionenlücke ist normalerweise neutral bis leicht positiv.
Berechnung
Die Harnanionenlücke wird mit folgender Formel berechnet:
Pathophysiologie
Bei einer metabolischen Azidose versucht die Niere überschüssige Protonen über den Harn auszuscheiden. Dazu produziert die Niere Ammoniak (NH3), dieses bindet ein H+-Ion und wird zu Ammonium (NH4+). Um die Elektroneutralität im Urin beizubehaltem, benötigt das positiv geladene NH4+ einen negativ geladenes Anionen, dies ist im Regelfall Chlorid (Cl-). Ammonium kann zwar routinemäßig im Labor nicht nicht gemessen werden, beträgt jedoch bei regulärer Tubulusfunktion gleich der Cl-Konzentration.
Interpretation
Liegt eine Azidose vor, lässt sich der Wert wie folgt interpretieren:
- Harnanionenlücke negativ: extrarenal bedingte metabolische Azidose (z.B. Diarrhö mit HCO3--Verlust) mit adäquat vermehrter Sekretion von Ammonium
- Harnanionenlücke positiv: renal tubuläre Azidose (Typ 1 oder Typ 4) durch eine inadäquat verminderte Sekretion von Ammonium. Andere Ursachen ist das Vorhandensein von Ketonsäuren, Hippursäure oder D-Laktat.
Literatur
- Batlle et al. The Use of the Urinary Anion Gap in the Diagnosis of Hyperchloremic Metabolic Acidosis. N Engl J Med. 318(10):594-9. 1988
- Batlle et al. The Urine Anion Gap in Context. Clin J Am Soc Nephrol. 13(2):195-197. 2018
- Goldstein et al. The Urine Anion Gap: A Clinically Useful Index of Ammonium Excretion. Am J Med Sci. 292(4):198-202.1986
- MSD Manual – Metabolische Azidose, abgerufen am 12.09.2024