Handkraftmessung
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LoslegenSynonym: Handkraftprüfung
Englisch: handgrip strength test, manual grip strength testing
Definition
Die Handkraftmessung ist ein diagnostisches Verfahren zur quantitativen Bestimmung der Muskelkraft der Hand. Ihr zentraler Messwert ist die maximale Greifkraft. Die Messung erfolgt mithilfe eines Handdynamometers.
Durchführung
Der Patient umschließt das Dynamometer mit einer Hand und drückt es mit maximaler Kraft zusammen. Die Messung erfolgt üblicherweise im Sitzen bei etwa 90° gebeugtem Ellenbogen und neutraler Handgelenkstellung. In der Regel werden mehrere Messungen an beiden Händen durchgeführt. Die Handkraft wird in Newton (N) oder Kilogramm (kg) angegeben.
Klinische Bedeutung
Die Handkraftmessung dient der Beurteilung der allgemeinen Muskelkraft und der körperlichen Leistungsfähigkeit. Sie wird unter anderem eingesetzt bei:
- Sarkopenie
- Frailty
- Mangelernährung
- neuromuskulären Erkrankungen
- Rehabilitation und Verlaufskontrolle
Eine verminderte Handkraft ist mit einem erhöhten Risiko für funktionelle Einschränkungen, Morbidität und Mortalität assoziiert.
Interpretation
Die gemessene Handkraft ist u.a. abhängig von Lebensalter, Geschlecht, Körpergröße, Trainingszustand, dominanter Hand und Messverfahren. Zur Beurteilung werden populationsspezifische Referenzwerte herangezogen. Nach den EWGSOP2-Kriterien gilt eine Handkraft von unter 27 kg bei Männern bzw. unter 16 kg bei Frauen als Hinweis auf eine verminderte Muskelkraft und damit auf eine mögliche Sarkopenie.[1]
Abgrenzung
Ist kein Handdynamometer verfügbar, lässt sich die Handkraft orientierend durch kräftiges Zusammendrücken der Hand des Untersuchers bestimmen. Dabei werden die Griffkraft und mögliche Seitenunterschiede qualitativ beurteilt.
Quellen
- ↑ Cruz-Jentoft AJ et al, Writing Group for the European Working Group on Sarcopenia in Older People 2 (EWGSOP2), and the Extended Group for EWGSOP2, Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis, Age and Ageing, Volume 48, Issue 1, January 2019, Pages 16–31