Goldmann-Dreispiegelkontaktglas
nach dem Schweizer Ophthalmologen Hans Goldmann (1899–1991)
Synonym: 3-Spiegel-Kontaktglas nach Goldmann, Goldmann-Dreispiegelglas, Goldmann-Dreispiegelkontaktlinse
Definition
Das Goldmann-Dreispiegelkontaktglas ist ein spezielles Kontaktglas zur Untersuchung verschiedener Abschnitte des Augenhintergrundes und des Kammerwinkels. Es ermöglicht durch eingebaute Spiegel die Betrachtung peripherer Netzhautbereiche und der Vorderkammerwinkel. Durch den direkten Kontakt mit der Hornhaut werden zudem störende Brechungseffekte an der Luft-Hornhaut-Grenze aufgehoben.
Aufbau
Das Kontaktglas besteht aus einem zentralen Konvexglas zur direkten Betrachtung von Papille und Makula. Hinzu kommen drei Spiegel mit unterschiedlichen Neigungswinkeln
- 73° geneigter Spiegel für den Kammerwinkel (Gonioskopie)
- 60° geneigter Spiegel für die mittlere Netzhautperipherie
- 67° geneigter Spiegel für die äußerste Netzhautperipherie bis zur Ora serrata
Jeder Spiegel erlaubt die gezielte Inspektion eines bestimmten Augenabschnitts durch Drehen des Glases.
Anwendung
Nach Tropfanästhesie der Hornhaut und Aufbringen eines Kontaktmediums wird das Glas auf das Auge gesetzt. Der Untersucher betrachtet die Strukturen über die Spaltlampe, indem er das Glas entsprechend ausrichtet. Die Untersuchung erfordert Erfahrung, da die Orientierung seitenverkehrt erfolgt und die Beurteilung peripherer Befunde Übung verlangt.
Indikation
Typische Anwendungsgebiete sind:
- Beurteilung des Kammerwinkels bei Glaukomdiagnostik
- Suche nach Netzhautforamina oder -degenerationen in der Peripherie
- Diagnostik und Verlaufskontrolle von Netzhautablösung
- Beurteilung peripherer Tumoren oder Gefäßveränderungen
- Planung und Kontrolle von Laserbehandlungen an der Netzhaut
Hornhautveränderungen, starke Schmerzen oder Infektionen können die Anwendung einschränken.
Komplikationen
Selten kommt es zu epithelialen Defekten der Hornhaut.