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Glutensensitivität

Synonyme: GS, Weizensensitivität, NCGS
Englisch: gluten sensitivity, non-celiac gluten sensitivity, NCGS

1 Definition

Bei der Glutensensitivität, kurz GS, soll es sich um eine Störung mit intestinalen und extraintestinalen Symptomen handeln, die nach dem Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel bei Patienten auftreten, bei denen eine Zöliakie (Celiac Disease, CD) oder Weizenallergie (WA) ausgeschlossen worden sind.

2 Hintergrund

Da Glutensensitivität nicht direkt durch Marker nachgewiesen werden kann, handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose. Ob die Glutensensitivität tatsächlich eine eigene Krankheitsentität darstellt, wird kontrovers diskutiert.

Um eine Verwechslung mit der Zöliakie zu vermeiden, die manchmal auch als glutensensitive Enteropathie bezeichnet wird, wird die Bezeichnung „Non-Celiac Gluten Sensitivity“ (NCGS, nicht-zöliakische Glutensensitivität) als neue Definition angesehen. 2014 wurde die Glutensensitivität unter diesem Namen in eine Leitlinie der DGVS aufgenommen. Im Englischen bleibt es weiterhin bei dem Begriff der Non-Celiac Gluten Sensitivity, kurz NCGS.

3 Prävalenz

Derzeit (2015) gibt es noch keine Informationen zur Prävalenz der Glutensensitivität in der Allgemeinbevölkerung.

4 Ätiologie

Die Ursachen der Glutensensitivität sind zur Zeit (2015) nicht geklärt.

5 Symptomatik

Die Symptomatik ist unspezifisch. Mögliche Symptome sind Blähungen, abdominelle Beschwerden, Bauchschmerzen oder Durchfall. Es werden auch extraintestinale Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelbeschwerden oder Knochen- und Gelenkschmerzen beschrieben, wobei der Kausalzusammenhang unklar ist.

6 Diagnostik

Die Diagnose "Glutensensitivität" kann gestellt werden, wenn folgende Kriterien zutreffen:

Diese Auflistung macht deutlich, dass die Diagnose der Glutensensitivität in letzter Konsequenz nur auf der subjektiven Einschätzung des Patienten basiert.

7 Therapie

Die Therapie besteht aus einer glutenfreien Ernährung.

8 Unterschied zwischen Glutensensitivität und Zöliakie

Eine Glutensensitivität ist keine schwerwiegende Störung wie die Zöliakie. Es finden sich weder Anti-Tissue-Transglutaminase-Antikörper noch begleitende Autoimmunerkrankungen. Im Unterschied zu Zöliakiebetroffenen liegen bei Patienten mit GS keine eindeutigen histologischen Läsionen der Darmschleimhaut vor. Bei GS-Patienten soll eine erhöhte Ausprägung des Toll-like-Rezeptors 2 (TLR2) feststellbar sein, jedoch keine Veränderung der an adaptiven Immunantworten beteiligten Zytokine TH1 und TH17 wie IL-6, IL-17 A oder IL-21. Diese sind nur bei Zöliakiebetroffenen erhöht.

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Fachgebiete: Gastroenterologie

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