Trömner-Reflex
nach dem deutschen Neurologen Ernst L. O. Ernst Trömner (1868 bis 1930)
Synonyme: Fingerzeichen, Fingerbeugereflex, Rossolimo-Fingerzeichen, Kino-Reflex, Trömner-Zeichen
Englisch: Trömner reflex
Definition
Als Trömner-Reflex bezeichnet man eine reflektorische Flexion der Finger durch einen Schlag auf die Palmarseite des Mittelfingerendglieds (Endphalanx).
Anatomie
Der Trömner-Reflex ist der Muskeleigenreflex der Fingerbeuger (Musculi flexores digitorum). Die Reizleitung erfolgt über den Nervus medianus und den Nervus ulnaris. Die zentrale Verschaltung im Rückenmark findet in den Segmenten C7 und C8 statt.
Prüfung
Zur Prüfung des Reflexes wird der Mittelfinger des Patienten am proximalen Interphalangealgelenk gegriffen und locker angehoben. Anschließend schlägt der Untersucher rasch und kräftig gegen die palmarseitige Fingerkuppe des leicht gebeugten Mittelfingers. Der Reflexerfolg besteht in einer Flexion der Finger – bei starker Reflexantwort auch des Daumens.
Interpretation
Der Trömner-Reflex wird als pathologisch gewertet, wenn er sehr lebhaft ist, unilateral auftritt und zusammen mit anderen Zeichen einer Pyramidenbahnschädigung vorkommt, z. B. mit
- Hoffmann-Zeichen
- Babinski-Zeichen
- gesteigerten Muskeleigenreflexe
- Spastik
Isoliert besitzt der Reflex nur eine geringe diagnostische Aussagekraft. Er kann bilateral auch bei Gesunden vorkommen, vor allem bei vegetativer Übererregbarkeit oder Nervosität. Er fehlt bei Radikulopathien (C7/8) oder Medianus- bzw. Ulnarisläsionen.
Quellen
- Urban (Hrsg.). Klinisch-neurologische Untersuchungstechniken. 3. überarbeitete Auflage. Thieme Verlag Stuttgart. 2022.
- Grehl und Reinhardt. (Hrsg.). Checkliste Neurologie. 7. überarbeitete Auflage. Thieme Verlag Stuttgart. 2021.