FLACC-Skala
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LoslegenSynonym: Face-Legs-Activity-Cry-Consolability-Skala
Englisch: FLACC scale
Definition
Die FLACC-Skala ist eine Skala zur Beurteilung der Schmerzintensität bei nonverbalen Patienten anhand der Beobachtung des Verhaltens, wenn eine Selbstauskunft nicht möglich ist.[1]
Hintergrund
Das Akronym FLACC steht für die fünf Beobachtungskriterien: Face (Mimik), Legs (Beine), Activity (Aktivität), Cry (Weinen) und Consolability (Beruhigung).
Die Skala wird vor allem bei Kindern im Alter von zwei Monaten bis sieben Jahren angewendet, die sich noch nicht ausdrücken und Schmerz z.B. numerisch einordnen können. Darüber hinaus kann sie bei Patienten mit kognitiven Störungen oder anderweitigen Kommunikationseinschränkungen eingesetzt werden.
Für Patienten mit kognitiver Beeinträchtigung wurde mit der revised FLACC (r-FLACC) eine angepasste Version entwickelt, die zusätzliche Verhaltensdeskriptoren (u.a. verbale Ausbrüche, Tremor, erhöhte Spastik, ruckartige Bewegungen) sowie individuell von Bezugspersonen ergänzte Verhaltensweisen berücksichtigt.[2]
Anwendung
Bei wachen Patienten sollten diese ein bis fünf Minuten hinsichtlich der einzelnen Kriterien beobachtet werden.
Bei schlafenden Patienten sollte die Beobachtung mindestens fünf Minuten umfassen, wobei der Fokus besonders auf Körperhaltung, Atmung und Bewegungen liegt.
Bei beiden Untersuchungen sollte durch Berührungen oder Bewegung der Extremitäten der Muskeltonus überprüft werden.
Kriterien
Jede der fünf Kategorien wird mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet, je nachdem welche Ausprägung im jeweiligen Bereich vorliegt.
| Kriterien | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Mimik | kein besonderer Ausdruck oder Lächeln | gelegentliches Grimassieren oder Stirnrunzeln, zurückgezogen, desinteressiert | häufiges oder konstantes Stirnrunzeln, zusammengebissene Zähne, zitterndes Kinn |
| Beine | übliche Position oder entspannt | unbehaglich, unruhig, gespannt | Treten oder angewinkelte Beine |
| Aktivität | liegt ruhig, gewohnte Position, bewegt sich leicht | sich windend, schaukelnd, angespannt | gewölbt, starr oder ruckartig |
| Weinen | kein Weinen | Jammern oder Wimmern, zeitweilige Unruhe | ständiges Weinen, Schreien oder Schluchzen |
| Beruhigung | zufrieden, entspannt | beruhigt bei zeitweiligem Berühren, Umarmen oder auf Ansprache, ablenkbar | schwer zu trösten oder zu besänftigen |
Auswertung
Die Punkte werden zusammengezählt und dokumentiert. Ergänzend können Uhrzeit und Datum vermerkt werden. Die Summe wird wie folgt interpretiert:
- 0 Punkte: entspannt bzw. schmerzfrei
- 1–3 Punkte: leichte Schmerzen bzw. Unbehagen
- 4–6 Punkte: mäßige Schmerzen
- 7–10 Punkte: starke Schmerzen bzw. schweres Unbehagen
Kritik
Es handelt sich um eine Fremdeinschätzung, deren Ergebnis durch verschiedene Faktoren variieren kann. Die Berücksichtigung des Kontexts ist essenziell, da verändertes Verhalten – besonders bei Kleinkindern – auch durch Stress, Angst oder Hunger bedingt sein kann, ohne dass Schmerz vorliegt. Zudem besteht die Tendenz, dass Fachpersonal den Schmerz nonverbaler Kinder eher unterschätzt.
Bei Muskelrelaxierung ist eine eindeutige Einschätzung ebenfalls nicht möglich.
Quellen
- ↑ Merkel et al., The FLACC: a behavioral scale for scoring postoperative pain in young children, Pediatr Nurs, 1997
- ↑ Malviya et al., The revised FLACC observational pain tool: improved reliability and validity for pain assessment in children with cognitive impairment, Paediatr Anaesth, 2006