Expanded Criteria Donor
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LoslegenSynonyme: Extended Criteria Donor, Spender mit erweiterten Kriterien
Englisch: expanded criteria donor, extended criteria donor
Definition
Als Expanded Criteria Donor, kurz ECD, bezeichnet man einen Spender für eine postmortale Organtransplantation, der nicht den Standardkriterien für eine Organspende entspricht.
Terminologie
Die Begriffe "expanded criteria donor" und "extended criteria donor" werden in der Literatur synonym verwendet und bezeichnen denselben Spendertyp. Während die streng definierte ECD-Klassifikation ursprünglich für die Niere etabliert wurde, wird der Begriff inzwischen auch bei anderen Organen (Leber, Lunge, Herz) analog, aber mit organspezifischen Kriterien als Oberbegriff für marginale Spender gebraucht.[1]
Kriterien
Der Expanded Criteria Donor grenzt sich vom Standard Criteria Donor (SCD) dadurch ab, dass der Spender definierte Alters- und Risikokriterien erfüllt.[1] Bei Nierenspenden ist ein ECD ein Spender, der
- mindestens 60 Jahre alt ist oder
- 50 bis 59 Jahre alt ist und mindestens 2 der folgenden Kriterien erfüllt:
- arterielle Hypertonie
- an einem Schlaganfall verstorben ist
- einen Serumkreatininwert von > 1,5 mg/dl aufweist
Die deutsche Bundesärztekammer-Richtlinie verwendet einen Serumkreatinin-Grenzwert von ≥ 1,5 mg/dl.[2]
Für Nieren dieser Spender ist beim Organtransport grundsätzlich eine hypotherme maschinengestützte Organkonservierung vorgesehen, wobei logistisch begründete Ausnahmen möglich sind.[2]
Bedeutung
Die ECD-Klassifikation dient der Risikostratifizierung bei der Organallokation und unterstützt die Auswahl des Empfängers, da solche Organe im Mittel ein höheres Risiko für eine verzögerte oder eingeschränkte Transplantatfunktion aufweisen als SCD-Organe.[3] Für die Empfängerauswahl bedeutet dies, dass ECD-Organe vor allem bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer schnelleren Transplantation gegenüber dem Warten auf ein besseres Organ überwiegt. Die Klassifikation unterstützt damit die individuelle Abschätzung von Transplantatüberleben und Spenderqualität.
Neuere Allokationssysteme bewerten Spenderorgane zunehmend nicht mehr nur dichotom als ECD oder SCD, sondern risikobasiert, z.B. über den Kidney Donor Risk Index (KDRI) oder den Liver Donor Risk Index (LDRI).[3][4]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Argani, Expanded Criteria Donors, Exp Clin Transplant, 2022
- ↑ 2,0 2,1 Bundesärztekammer: Richtlinie für die Wartelistenführung und die Organvermittlung zur Nierentransplantation, Fassung vom 12.12.2025, in Kraft seit 13.07.2026, abgerufen am 09.10.2026
- ↑ 3,0 3,1 Akkina et al., Development of organ-specific donor risk indices, Liver Transpl, 2012
- ↑ A Guide to Calculating and Interpreting the Kidney Donor Profile Index, abgerufen am 09.10.2026