Entlastung
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LoslegenEnglisch: unloading, relief
Definition
Hintergrund
Entlastung ist eine therapeutische Primärmaßnahme, die in der Medizin fachübergreifend verwendet wird. Abhängig von der betroffenen Struktur unterscheidet man:
- Orthopädische Entlastung: Reduktion der Kraftübertragung auf Knochen, Bänder und Gelenke
- Druckentlastung: Verminderung lokaler Druckbelastungen von Weichteilen, beispielsweise bei Dekubitalulzera oder diabetischen Fußulzera
- Dekompression: Senkung eines pathologisch erhöhten Gewebe- oder Hohlraumdrucks, z.B. in Abszessen oder Körperhöhlen (Pneumothorax)
- Hämodynamische Entlastung: Verminderung der Vor- oder Nachlast eines Organs, insbesondere des Herzens
Abgrenzung
Entlastung ist nicht mit Immobilisation gleichzusetzen. Eine Struktur kann entlastet und gleichzeitig kontrolliert bewegt werden. Umgekehrt führt eine Ruhigstellung nicht zwangsläufig zu einer vollständigen mechanischen Entlastung.
Methoden
Die Art der Entlastung richtet sich nach der betroffenen Struktur und dem therapeutischen Ziel. Zu den wichtigsten Verfahren zählen:
- Orthopädische Entlastung: Anpassung der Belastungsstufe sowie Einsatz von Unterarmgehstützen, Gehstöcken, Rollatoren, Rollstühlen, Orthesen oder Entlastungsschuhen
- Druckentlastung: regelmäßige Lagerungswechsel, Freilagerung gefährdeter Körperstellen sowie Verwendung von Wechseldruckmatratzen, Sitzkissen oder speziellen Offloading-Systemen
- Dekompression: Ableitung von Flüssigkeiten oder Gasen durch Punktion, Drainage, Katheter, Redons oder operative beziehungsweise endoskopische Verfahren
- Hämodynamische Entlastung: medikamentöse Senkung der kardialen Vor- oder Nachlast sowie gegebenenfalls Einsatz von Herzunterstützungssystemen.
Die erforderliche Entlastung kann vollständig oder partiell erfolgen. Umfang und Dauer werden u.a. anhand der zugrunde liegenden Erkrankung, der mechanischen Stabilität und des Heilungsverlaufs festgelegt.