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Effektiver Filtrationsdruck

1 Definition

Der effektive Filtrationsdruck ist der Druck im Kapillarbett, der als treibende Kraft den Flüssigkeitsaustausch im Gewebe und in der Niere bestimmt. Er legt fest, wieviel Blutplasma aus dem Kapillarbett in das Interstitium bzw. wieviel Primärharn durch die Glomeruli in die Harnwege filtriert wird.

siehe auch: Effektiver Filtrationsdruck (Niere)

2 Physiologie

2.1 Berechnung

Der effektive Filtrationsdruck beträgt ca. 10 mmHg. Er errechnet sich aus hydrostatischen (ΔP) und kolloidosmotischen (Δπ) Druckunterschieden zwischen Kapillareinnenraum und interstitiellem Raum (Starling-Gleichung).

Peff = ΔP - Δπ = (Pkap - Pint) - (πpl - πint)
mit:
  • Pkap: hydrostatischer Druck in den Kapillaren
  • Pint: hydrostatischer Druck im Interstitium
  • πpl: kolloidosmostischer Druck im Plasma
  • πint: kolloidosmostischer Druck im Interstitium

Bezogen auf die Filtration in den Glomerula wird vereinfachend anstelle des Druckes im Interstitium (Pins) der Druck in der Bowman-Kapsel (Pbow) berücksichtigt:

  • Peff = Pkap - Pbow - πpl

2.2 Bedeutung

Für den arteriellen Schenkel der Kapillare ist der transmurale Druck (ΔP) größer als die Differenz der kolloidosmotischen Drucke (Δπ). Daher erfolgt in diesem Abschnitt ein Nettofluss aus dem Gefäßsystem in das Interstitium (Filtration). Da der Druck in der Kapillare aufgrund des hohen Strömungswiderstandes vom arteriellen zum venösen Schenkel um ca. 10 mmHg abfällt, entsteht ein Filtrationsgleichgewicht (Peff = 0). Im venösen Schenkel wird der effektive Filtrationsdruck negativ, sodass Wasser mit den gelösten Kristalloiden in die Kapillaren eintritt (Reabsorption).

Da ca. 10 % der filtrierten Kapillarflüssigkeit nicht wieder reabsorbiert wird, muss es über die Lymphgefäße transportiert werden. Eine Vasodilatation führt über Erhöhung des transmuralen Drucks zu einer Zunahme der Filtration, eine Vasokonstriktion zu einer Zunahme der Reabsorption.

3 Klinik

Veränderungen des effektiven Filtrationsdrucks, z.B. durch Erniedrigung des kolloidosmostischen Drucks bei bestimmten Nierenerkrankungen, können zu einer pathologischen Flüssigkeitsansammlung im Interstitium führen (Ödem).

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Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 6. April 2020 um 18:30 Uhr bearbeitet.

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