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ETEC

Synonym: Enterotoxische Escherichia coli

1. Definition

Als ETEC oder enterotoxische Escherichia coli bezeichnet man pathogene Stämme des Bakteriums Escherichia coli, deren Enterotoxine eine Escherichia-coli-Enteritis mit massiver Diarrhö auslösen.

2. Epidemiologie

ETEC-Infektionen sind ein häufiges Problem in Schwellen- oder Entwicklungsländern. Zur Inzidenz dieser Infektionen gibt es keine verlässlichen epidemiologischen Daten. Es wird geschätzt, dass es weltweit jährlich zwischen 100 und 200 Millionen Fälle gibt[1] und ca. 50 % der Reisediarrhöen durch ETEC ausgelöst werden. Der Mensch ist wahrscheinlich das alleinige Erregerreservoir

3. Erreger

Escherichia coli ist ein gramnegatives, peritrich beigeßeltes und daher bewegliches Stäbchen, das direkt oder indirekt über Nahrungsmittel und/oder Wasser fäkal-oral übertragen wird. Der Nachweis von E. coli in Trinkwasser, Lebensmitteln oder auf Gegenständen im Umfeld des Menschen weist immer auf eine Verunreinigung mit menschlichen oder tierischen Exkrementen hin.

siehe auch: Escherichia coli

3.1. Klassifikation

Die Einteilung nach Serotyp stellt aufgrund der Komplexität der O- (Lipopolysaccharide der Zelloberfläche) und H-Antigene (Geißelprotein) bei der ersten Differenzierung von Escherichia coli die Methode der Wahl dar. Zu den humanen ETEC-Serogruppen zählen über 20 Serotypen. Die weltweit häufigsten sind O6, O8, O25, O27, O78, O148, O153, O159 und O167.

4. Virulenzfaktoren

Zu den von ETEC produzierten Enterotoxinen zählt das hitzelabile Enterotoxin LT und das hitzestabile Enterotoxin ST. LT ähnelt dem Choleratoxin. ST aktiviert die Guanylylzyklase der Darmepithelzellen und triggert eine gesteigerte Flüssigkeitssekretion. Stämme, die sowohl LT als auch ST produzieren, rufen die schwersten Diarrhöen hervor. Die genetische Information zur Synthese dieser Toxine ist auf bakteriellen Plasmiden codiert.

Die Produktion von Enterotoxinen kann mit anderen pathogenen Eigenschaften gekoppelt sein. Dazu zählt zum Beispiel die Ausprägung bestimmter Adhäsionsfaktoren auf den Fimbrien, die es dem Bakterium ermöglichen, besser an Epithelzellen des Dünndarms anzudocken. Ungefähr ein Drittel der ETEC produzieren solche Kolonisationsfaktoren (CFA-I oder CFA-II).

5. Klinik

Nach einer Inkubationszeit von zumeist ein bis drei Tagen kommt es bei Patienten zu choleraähnlichen (reiswasserartigen) Durchfällen. Bei Säuglingen kann der große Elektrolyt- und Wasserverlust schnell lebensbedrohlich werden.

6. Diagnostik

Die Proben aus dem Stuhl oder Dünndarmsekret können zur Erregeranzucht auf Differential- bzw. Selektivnährböden für Enterobacteriaceae (MacConkey-Agar) oder zur biochemischen Differenzierung und Serotypisierung mittels O-Antigen verwendet werden.

7. Quellen

Fachgebiete: Bakteriologie

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Dr. Frank Antwerpes
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