Doppelmarkertest
Englisch: Double-Test
Definition
Der Doppelmarkertest ist ein pränataldiagnostisches Screening-Verfahren, bei dem durch die Bestimmung zweier biochemischer Marker im mütterlichen Serum das individuelle Risiko für fetale Chromosomenanomalien (z. B. Trisomie 21) berechnet wird.
Durchführung
Der Doppelmarkertest ist keine Routineuntersuchung und wird nur auf Anfrage der Eltern durchgeführt.
Die Bestimmung erfolgt typischerweise zwischen der 10. und 14. Schwangerschaftswoche. Im mütterlichen Serum werden das freie β-Humane Choriongonadotropin (β-hCG) und Schwangerschafts-assoziierte Plasmaprotein A (PAPP-A) gemessen.
Die Werte werden in Bezug auf das Gestationsalter, das mütterliche Alter, Gewicht und weitere Faktoren standardisiert.
Interpretation
Die Ergebnisse des Doppelmarkertests werden als "Multiples of the Median“ angegeben. Ein auffälliges Ergebnis ist charakterisiert durch ein erniedrigtes PAPP-A und erhöhtes freies β-hCG. Als geringes Risiko werden Verhältnisse über 1:250 definiert, ein erhöhtes Risiko bei Verhältnissen unter 1:250.
Aussagekraft
Die Sensitivität des Doppelmarkertests wird mit etwa 60–65 % für die Detektion des Down-Syndroms angegeben, mit einer Falsch-Positiv-Rate von etwa 6–7 %. Die Sensitivität kann durch Kombination mit sonografischen Screening-Parametern (Nackentransparenz) gesteigert werden.
Ein auffälliges Testergebnis ist kein Beweis für eine Chromosomenstörung, sondern ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko, das weitere diagnostische Maßnahmen wie eine Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese rechtfertigen kann.
Wegen seiner deutlich höheren Sensitivität wird heute (2026) der NIPT gegenüber dem Doppelmarkertest bevorzugt.
Literatur
- apollohospitals.com: Doppelmarkertest - Ablauf, Normbereich, Nutzen und Risiken, abgerufen am 13.02.2026
- cochrane.org: Screening tests for Down’s syndrome in first 24 weeks of pregnancy, abgerufen am 13.02.2026