Donidalorsen
Handelsname: Dawnzera®
Definition
Donidalorsen ist ein Antisense-Oligonukleotid zur Langzeitprophylaxe des hereditären Angioödems (HAE). Der Arzneistoff hemmt gezielt die Synthese des Plasmapräkallikreins und reduziert so die Häufigkeit von Angioödem-Attacken.
Wirkmechanismus
Donidalorsen richtet sich gegen die mRNA von Präkallikrein, einem Vorläuferenzym des Plasmakallikreins. Durch selektiven Abbau der Präkallikrein-mRNA sinkt die Kallikrein-Proteinproduktion, was wiederum die Bildung von Bradykinin reduziert. Da Bradykinin maßgeblich an der pathologischen Gefäßpermeabilitätssteigerung des HAE beteiligt ist, führt die Senkung von Präkalikrein zu weniger und weniger starken Angioödemen.
Pharmakokinetik
Nach subkutaner Verabreichung wird Donidalorsen systemisch aufgenommen. Klinische Daten zeigen eine anhaltende Wirksamkeit über mehrere Wochen.
Indikationen
Donidalorsen ist indiziert zur Prophylaxe rezidivierender Anfälle des HAE bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Darreichungsform
Dawnzera wird als Lösung zur subkutanen Injektion angeboten, typischerweise in 80 mg-Einzeldosen über vorgefüllte Autoinjektoren.
Dosierung
Die empfohlene Standarddosierung liegt bei 80 mg subkutan alle 4 Wochen. Abhängig von klinischer Bewertung kann auch ein 8-Wochen-Intervall gewählt werden.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Mögliche unerwünschte Wirkungen umfassen Reaktionen an der Einstichstelle bis hin zur Anaphylaxie und eine Erhöhung der Leberwerte.
Zulassung
Donidalorsen wurde August 2025 in den USA und Anfang 2026 in der Europäischen Union zur Prophylaxe von Angioödem-Attacken bei HAE zugelassen.
Literatur
- Gelbe Liste: Neueinführung Dawnzera: Donidalorsen zur Prophylaxe beim hereditären Angioödem, zuletzt abgerufen am 03.03.2026
- Fachinformation Dawnzera, zuletzt abgerufen am 03.03.2026