Cladophialophora bantiana
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LoslegenDefinition
Cladophialophora bantiana ist ein melaninhaltiger, neurotroper Schimmelpilz aus der Familie der Herpotrichiellaceae. Er gehört zu den Schwärzepilzen und ist ein seltener Erreger der zerebralen Phäohyphomykose.
Systematik
- Reich: Fungi
- Abteilung: Ascomycota
- Klasse: Eurotiomycetes
- Ordnung: Chaetothyriales
- Familie: Herpotrichiellaceae
- Gattung: Cladophialophora
- Art: Cladophialophora bantiana
- Gattung: Cladophialophora
- Familie: Herpotrichiellaceae
- Ordnung: Chaetothyriales
- Klasse: Eurotiomycetes
- Abteilung: Ascomycota
Mikrobiologie
Cladophialophora bantiana wächst sowohl in vivo als auch in vitro überwiegend in Form von Hyphen. Typisch sind dunkel gefärbte, weitgehend unverzweigte, gewellte Konidienketten, die 5–10 µm lang sind. Die dunkle Färbung beruht auf dem Pigment Melanin. Die Hyphen sind septiert, wie es für Arten aus der Abteilung der Ascomycota charakteristisch ist.
In Kultur bildet der Pilz schwarze, samtartig strukturierte oder dunkelgraue Kolonien, abhängig vom verwendeten Nährmedium. Er wächst auf gängigen Pilznährmedien, darunter Kartoffel-Dextrose-Agar, Hafermehlagar und Malzagar. Das Wachstum ist bei Temperaturen zwischen 14 und 42 °C möglich, das Temperaturoptimum liegt bei etwa 30 °C. Cladophialophora bantiana wächst in vitro langsam und benötigt etwa 15 Tage bis zur Ausbildung reifer Kolonien. Von anderen Arten der Gattung Cladophialophora lässt sich der Pilz durch seine Ureaseaktivität unterscheiden.
Vorkommen
Der Pilz kommt weltweit vor und wurde unter anderem aus Boden und Pflanzenmaterial isoliert. Die meisten humanen Infektionen werden in subtropischen Regionen verzeichnet.
Übertragung
Die Infektion erfolgt vermutlich durch Inhalation von Pilzsporen mit anschließender hämatogener Streuung in das zentrale Nervensystem (ZNS).
Klinik
Der Erreger besitzt einen ausgeprägten Neurotropismus und kann sowohl immunsupprimierte als auch immunkompetente Patienten infizieren. Typische Manifestationen sind Hirnabszesse mit Kopfschmerzen, fokal-neurologischen Defiziten, epileptischen Anfällen und gelegentlich Fieber.
Diagnostik
In der Magnetresonanztomographie (MRT) zeigen sich häufig solitäre, ringförmig kontrastmittelaufnehmende Läsionen. Die Diagnosesicherung erfolgt durch den histopathologischen Nachweis pigmentierter Hyphen sowie durch Pilzkultur und molekularbiologische Identifizierung. Der Erreger ist der Risikogruppe 3 zugeordnet.
Histopathologie
Zur Darstellung der Hyphenelemente in Hirnabszessen können die Fontana-Masson-Färbung oder die Lactophenol-Baumwollblau-Färbung eingesetzt werden. In aus Hirngewebe gewonnenen Proben wird im Vergleich zu kultivierten Isolaten ein Überwiegen unverzweigter Konidienketten sowie das Fehlen von Konidiophoren beschrieben.
Therapie
Die Behandlung besteht möglichst aus einer vollständigen neurochirurgischen Exzision in Kombination mit einer prolongierten antimykotischen Therapie, insbesondere mit Voriconazol oder Posaconazol. Weitere therapeutische Optionen sind Amphotericin B und Flucytosin. Eine standardisierte Therapie ist bislang (2026) nicht etabliert.
Prognose
Die zerebrale Phäohyphomykose weist trotz Behandlung eine hohe Letalität auf. In Fallserien und systematischen Übersichtsarbeiten werden Sterblichkeitsraten von etwa 50 bis 65 % beschrieben.