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Cheese-Effekt

Synonym: Tyramin-Effekt

1 Definition

Cheese-Effekt bezeichnet das Auftreten einer hypertensiven Krise durch gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern und tyraminreichen Nahrungsmitteln (z.B. Rotwein, Käse).

2 Hintergrund

Tyramin wirkt als Substrat des Noradrenalintransporters in sympathischen Nervenendigungen und hemmt somit die Aufnahme von Noradrenalin in die synaptischen Vesikel. Außerdem blockiert es die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt. Dadurch wirkt Tryamin als indirektes Sympathomimetikum und ruft u.a. einen Anstieg des Blutdrucks hervor.

Normalerweise wird Tyramin durch Monoaminoxidasen der Darmschleimhaut präsystemisch eliminiert. Bei Einnahme von nicht-selektiven, irreversiblen MAO-Hemmern wie Tranylcypromin, kommt es jedoch zum Cheese-Effekt. Auch Arzneistoffe, bei denen die MAO-Hemmung nur eine therapeutisch nicht genutzte Partialwirkung darstellt (z.B. Procarbazin, Isoniazid) können einen Cheese-Effekt hervorrufen. Entsprechend erfordern diese Medikamente eine strenge tyraminarme Diät.

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