Carbamylierung
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LoslegenSynonym: Carbamoylierung
Englisch: carbamylation
Definition
Die Carbamylierung ist eine nichtenzymatische posttranslationale Modifikation von Proteinen durch Isocyansäure. Dabei werden freie Aminogruppen verändert, wodurch sich die Struktur und Funktion der Proteine ändern.
Nomenklatur
Chemisch präziser heißt die beschriebene Reaktion Carbamoylierung. Im engeren chemischen Sinn ist die Carbamylierung die reversible Reaktion von Kohlendioxid mit Aminogruppen unter Bildung von Carbamaten.[1]
Biochemie
Isocyansäure entsteht aus Harnstoff oder bei der Myeloperoxidase-vermittelten Oxidation von Thiocyanat. Sie reagiert unter anderem mit der ε-Aminogruppe von Lysinresten, wobei Homocitrullin entsteht.[2] Die Reaktion ist von der Citrullinierung abzugrenzen, bei der Argininreste enzymatisch in Citrullin umgewandelt werden.
Klinik
Bei chronischer Niereninsuffizienz begünstigen erhöhte Harnstoffkonzentrationen die Carbamylierung. Auch entzündliche Prozesse können sie verstärken. Carbamylierte Lipoproteine können zur Entstehung einer Atherosklerose beitragen.[2]
Quellen
- ↑ Gorisse L et al. Mechanisms and consequences of carbamoylation. Nat Rev Nephrol. 2017;13(10):615–632.
- ↑ 2,0 2,1 Wang Z et al. Protein carbamylation links inflammation, smoking, uremia and atherogenesis. Nat Med. 2007;13(10):1176–1184.