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Capitatumfraktur

Synonym: Kapitatumfraktur

1 Definition

Eine Capitatumfraktur ist ein Knochenbruch des Os capitatum der Handwurzel.

2 Epidemiologie

Das Os capitatum ist der größte Knochen der Handwurzel. Die Capitatumfraktur ist eher selten und macht ca. 1–2% aller karpalen Frakturen aus.

3 Ätiopathogenese

Der zugrundeliegende Pathomechanismus bei Frakturen des Os capitatum ist meist ein Hyperextensionstrauma oder eine direkte Kompression.

Häufig handelt es sich bei den Brüchen um isolierte, nicht-dislozierte Frakturen des Korpus (Längs- oder Querfrakturen). Jedoch sind auch Verläufe mit Dislokationen und in Kombination mit anderen Handwurzelverletzungen (insbesondere bei perilunärer Luxationsfraktur) möglich. Typische Begleitverletzungen sind ein Abriss des Os lunatum-Horns, eine Os-lunatum-Kompressionsfraktur und/oder ein dorsaler Radiusrandbruch.

Als Fenton-Luxationsfraktur (Scaphoid-Capitatum-Fraktursyndrom) wird eine transscaphoidale und transcapitale Fraktur mit Verkippung des proximalen Capitatumfragments während des Luxationsmechanismus um 90-180° nach palmar bezeichnet.

4 Diagnostik

Die Beurteilung einer Capitatumfraktur mittels Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen ist z.T. erschwert, da das Os capitatum um 180° rotieren kann. Bei entsprechendem Verdacht sollte daher eine MRT-Aufnahme und in Folge evtl. eine CT-Aufnahme angefertigt werden.

5 Therapie

Nicht oder wenig dislozierte Capitatumfrakturen können konservativ mittels Ruhigstellung (für 3-4 Wochen) behandelt werden. Bei starker Dislokation oder Fenton-Luxationsfraktur erfolgt die operative Therapie mittels offener Reposition und Osteosynthese (durch Drähte und/oder Minischrauben).

Zu den Komplikationen zählen ischämische Nekrosen und Pseudarthrosen.

6 Literatur

  • Brossmann et al.: Freyschmidt's "Köhler/Zimmer" Grenzen des Normalen und Anfänge des Pathologischen in der Radiologie des kindlichen und erwachsenen Skeletts. 14. Auflage. Thieme Verlag.

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Dezember 2020 um 16:57 Uhr bearbeitet.

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