Bauchwandspiegelung
Englisch: extraperitoneal endoscopic approach
Definition
Als Bauchwandspiegelung bezeichnet man einen minimalinvasiven, extraperitonealen operativen Zugangsweg zur Behandlung von Leistenhernien. Dabei erfolgt die Präparation im präperitonealen Raum zwischen Bauchwand und Peritoneum ohne Eröffnung der Peritonealhöhle.
Terminologie
Der Begriff ist kein standardisierter chirurgischer Terminus, sondern eine Beschreibung eines Zugangsweges. In der klinischen Praxis wird er vor allem im Zusammenhang mit der total extraperitonealen Hernioplastik (TEP) verwendet. Er ist jedoch nicht auf dieses Verfahren beschränkt.
Indikationen
Technik
Der Zugang erfolgt in den präperitonealen Raum über kleine Hautinzisionen, in die Trokare eingebracht werden. Durch diese werden ein Endoskop zur optischen Darstellung sowie feine Arbeitsinstrumente eingeführt. Anschließend wird durch eine kontrollierte CO₂-Insufflation ein ausreichend großer Arbeitsraum geschaffen, der eine gute Übersicht ermöglicht.
siehe auch: Vorgehen bei total extraperitonealer Hernioplastik
Vorteile
- geringes Risiko für intraoperative Verletzungen
- reduzierte postoperative Schmerzen
- schnellere Rekonvaleszenz
- kleine, kaum auffällige Narben
- vermindertes Risiko für Verwachsungen
Nachteile
- eingeschränkte Sicht
- anspruchsvoller als andere Verfahren
- begrenzter Arbeitsraum
Komplikationen
Mögliche Komplikationen sind z.B.:
- Nachblutungen
- Serome
- Nervenreizungen oder -verletzungen
- Rezidivhernie
- Peritonealverletzung mit notwendiger Konversion zu transabdominellen Verfahren