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Balkan-Nephropathie

Englisch: Danubian endemic familial nephropathy (DEFN)

1 Definition

Die Balkan-Nephropathie ist eine Form der Nierenerkrankung, die ausschließlich auf der Balkanhalbinsel im Bereich der Donau und einigen ihrer Seitentäler auftritt. In der Fachsprache spricht man daher von einer endemischen Verbreitung. Es handelt sich um eine chronisch verlaufende Form einer interstitiellen Nephritis. Sie führt praktisch immer zu einer Niereninsuffizienz. Die Balkan-Nephropathie verläuft meistens tödlich.

2 Verbreitung

Die endemische Balkan-Nephropathie kommt lediglich in der Balkanregion in der Nähe der Donau vor. In folgenden Ländern finden sich regelmäßig Fälle der Nierenerkrankung:

  • Rumänien
  • Serbien
  • Kroatien
  • Bulgarien
  • Bosnien

3 Geschichte

Die nephrologische Krankheit wurde zuerst um die Jahre 1954 und 1955 beschrieben. 1956 wurde sie in den Katalog des offiziellen medizinisch anerkannten Erkrankungen aufgenommen.

4 Ursache

Langezeit war die Ursache der Balkan-Nephropathie ungeklärt. Theorien vermuteten Schwermetalle, bestimmte Viren oder Schimmelpilze hinter der Erkrankung. Auch ein Mangel an Spurenelementen wurde seitens der Wissenschaftler diskutiert. Erst im Jahr 2007 konnte die Ursache nachgewiesen werden: US-Forscher identifizierten verunreinigtes Mehl als Krankheitsquelle. Dieses war mit verschiedenen Aristolochiasäuren vermischt, welche von den Samen der auf dem Balkan recht häufigen Pflanze Gewöhnlicher Osterluzei stammen. Die oft finanziell sehr schwachen Bauern können sich wirksame Pflanzeschutzmittel oft nicht leisten.

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