AIM2
Synonym: PYHIN4
Englisch: AIM2, Absent in Melanoma 2, Interferon-inducible protein AIM2
Definition
AIM2, kurz für Absent in Melanoma 2, ist ein zytoplasmatisches Protein, das als Pattern-Recognition-Rezeptor fungiert und durch die Bildung des AIM2-Inflammasoms Teil der angeborenen Immunabwehr ist. Zudem fungiert AIM2 als Tumorsuppressorprotein.
Genetik
Das AIM2-Gen wird auf Chromosom 1 am Genlokus 1q23 kodiert.
Struktur
AIM2 enthält eine N-terminale Pyrindomäne (PYD), welche die Oligomerisierung mit dem Adapterprotein ASC vermittelt, sowie eine C-terminale HIN-200-Domäne, die an doppelsträngige DNA (dsDNA) bindet.
Aktivierung
AIM2 wird durch Bindung an zytosolische dsDNA aktiviert. Anschließend bildet es mit ASC das AIM2-Inflammasom und induziert so die Pyroptose. Die Procaspase-1 wird rekrutiert und zur Caspase-1 aktiviert. Das AIM2-Inflammasom bewirkt weiterhin die Spaltung und Aktivierung von Interleukin-1β, Interleukin-18, und Gasdermin D (GSDMD).
AIM2 kann alternativ über die Aktivierung von Caspase-8 eine Apoptose auslösen.
Funktion
AIM2 spielt eine wichtige Rolle in der Erkennung von viralen und bakteriellen Krankheitserregern und ist damit ein wichtiger Teil des angeborenen Immunsystems.
Klinik
Eine erhöhte Expression von AIM2 wurde mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, atopischer Dermatitis, systemischem Lupus erythematodes (SLE) oder Reizdarmsyndrom in Verbindung gebracht. Dagegen ist eine verringerte Expression von AIM2 bei verschiedenen Krebserkrankungen mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert.
Quellen
- Murphy und Weber, Janeway Immunologie, 9. Auflage, Springer Verlag, 2018
- GeneCards - AIM-2, abgerufen am 11.03.2026
- Kumari et al., AIM2 in health and disease: inflammasome and beyond, Immunological Reviews, 2021