Belichtungsautomatik
Englisch: automatic exposure control, AEC
Definition
Die Belichtungsautomatik, kurz AEC, ist ein System in der Projektionsradiographie und Durchleuchtung, das die abgegebene Strahlungsmenge automatisch begrenzt, indem die Belichtungszeit beim Erreichen einer definierten Detektordosis beendet wird.
Funktionsprinzip
Während der Aufnahme wird die am Detektor eintreffende Strahlung kontinuierlich gemessen. Sobald eine vorgegebene Zielgröße erreicht ist, wird die Röntgenstrahlung automatisch abgeschaltet. Die Messung erfolgt über integrierte Messfelder oder Ionisationskammern im Strahlengang. Die erfasste Strahlung entspricht der durch den Patienten transmittierten Intensität und dient als Steuergröße für die Exposition. Die Belichtungsautomatik reguliert dabei primär das Röhrenstrom-Zeit-Produkt.
Einflussfaktoren
Die Funktion der Belichtungsautomatik hängt wesentlich von der korrekten Anwendung ab. Einflussgrößen sind insbesondere die Auswahl und Position der aktiven Messfelder, die Lagerung und Zentrierung des Patienten sowie inhomogene Strukturen oder Fremdmaterial (z.B. Metall). Die Auswahl der Messkammern ist dabei entscheidend: Werden ungeeignete Messfelder gewählt oder liegen diese teilweise außerhalb des untersuchten Körperbereichs, kann es zu systematischen Über- oder Unterexpositionen kommen. Auch die gewählte Röhrenspannung beeinflusst das Ergebnis, da sie die Energieverteilung der Photonen und damit die Detektorempfindlichkeit und den Bildkontrast verändert.
Grenzen
Die Belichtungsautomatik arbeitet zuverlässig bei homogenen Untersuchungsbedingungen und korrekter Positionierung. Einschränkungen bestehen insbesondere bei:
- kleinen Untersuchungsfeldern
- stark inhomogenen Regionen
- Fehlzentrierung des Patienten
- Überlagerung durch stark absorbierende Materialien
In diesen Situationen kann die gemessene Detektordosis nicht repräsentativ für die gewünschte Bildqualität sein.
Besonderheiten digitaler Systeme
In der digitalen Radiographie führt eine erhöhte Exposition nicht zwangsläufig zu sichtbar überbelichteten Bildern, da digitale Bildverarbeitungssysteme den Grauwertbereich anpassen können. Dies birgt die Gefahr einer schleichenden Dosissteigerung ("Dose Creep"). Die Belichtungsautomatik trägt daher wesentlich zur Standardisierung der Detektordosis und zur Vermeidung unnötiger Strahlenexposition bei.
Abgrenzung
Die Belichtungsautomatik steuert die Exposition über das Röhrenstrom-Zeit-Produkt. Sie ist von anderen automatischen Anpassungsverfahren zu unterscheiden, insbesondere von der automatischen Anpassung der Röhrenspannung sowie der Dosismodulation (CT) in der Computertomographie.