Belichtungszeit
Englisch: exposure time
Definition
Die Belichtungszeit bezeichnet die Zeitdauer, während der eine Röntgenröhre Röntgenstrahlung erzeugt und der Röntgendetektor bestrahlt wird.
Hintergrund
Während der Belichtungszeit fließt der Röhrenstrom durch die Röntgenröhre. Elektronen werden von der Kathode zur Anode beschleunigt und erzeugen beim Auftreffen auf das Anodenmaterial Bremsstrahlung und charakteristische Röntgenstrahlung. Die während einer Aufnahme erzeugte Gesamtmenge an Röntgenphotonen hängt vom Produkt aus Röhrenstrom und Belichtungszeit ab. Dieser Zusammenhang wird durch das mAs-Produkt beschrieben:
- – Röhrenstrom
- – Belichtungszeit
Der mAs-Wert bestimmt somit die Gesamtzahl der erzeugten Photonen und beeinflusst direkt die Strahlenintensität am Detektor.
Einfluss auf die Bildqualität
Die Belichtungszeit beeinflusst mehrere Eigenschaften der Aufnahme:
- Signalstärke: längere Belichtungszeit → mehr Photonen → höheres Signal
- Bildrauschen: mehr Photonen reduzieren das Bildrauschen
- Bewegungsunschärfe: längere Belichtungszeiten erhöhen das Risiko von Bewegungsartefakten
Insbesondere bei bewegten Strukturen (z.B. Herz, Lunge oder bei unruhigen Patienten) werden daher möglichst kurze Belichtungszeiten angestrebt.
Bedeutung in der Radiologie
Die Belichtungszeit ist ein zentraler Parameter der Röntgentechnik und beeinflusst:
- die Photonenzahl und damit die Bildbelichtung
- das Bildrauschen
- das Risiko von Bewegungsartefakten
In der praktischen Aufnahmetechnik wird die Belichtungszeit daher zusammen mit dem Röhrenstrom so gewählt, dass eine ausreichende Bildqualität bei möglichst geringer Strahlendosis erreicht wird.
In der diagnostischen Radiologie liegen die Belichtungszeiten typischerweise im Bereich von:
- 0,001–0,01 s bei schnellen Projektionsaufnahmen
- 0,01–0,1 s bei vielen Standardaufnahmen
- längere effektive Belichtungszeiten bei speziellen Verfahren wie der Durchleuchtung