Anode
Englisch: anode
Definition
Die Anode ist eine Elektrode, an der Elektronen aus einem elektrischen Leiter oder System abgeführt werden. In elektrochemischen Systemen ist sie die Elektrode, an der Oxidation stattfindet.
Hintergrund
In elektrischen oder elektrochemischen Systemen bewegen sich Elektronen von der Kathode zur Anode. Die Anode nimmt diese Elektronen auf und führt sie in den Stromkreis ab. Die elektrische Polarität der Anode hängt vom jeweiligen System ab:
- In Elektronenröhren ist die Anode positiv geladen und zieht Elektronen an.
- In galvanischen Zellen ist die Anode die Elektrode der Oxidation und kann elektrisch negativ geladen sein.
Die Begriffe Anode und Kathode werden daher physikalisch über den Elektronenfluss bzw. die Redoxreaktion definiert und nicht ausschließlich über die elektrische Ladung.
Röntgenröhre
In der Röntgenröhre ist die Anode das Ziel der Elektronen, die von der Kathode emittiert werden. Sie ist gegenüber der Kathode positiv geladen und beschleunigt die Elektronen durch eine hohe Röhrenspannung. Beim Auftreffen der Elektronen auf das Anodenmaterial wird ihre kinetische Energie überwiegend in Wärme und zu einem kleinen Teil in Röntgenstrahlung umgewandelt. Der Auftreffpunkt der Elektronen wird als Brennfleck bezeichnet. Als Anodenmaterial wird in diagnostischen Röntgenröhren meist eine Wolfram-Rhenium-Legierung genutzt. Dieses Material besitzt eine hohe Ordnungszahl, einen hohen Schmelzpunkt und ermöglicht damit eine effiziente Erzeugung von Röntgenstrahlung bei hoher thermischer Belastung.
Man unterscheidet zwei grundlegende Bauformen:
- stationäre Anode
- rotierende Anode
Rotierende Anoden werden in der diagnostischen Radiologie bevorzugt eingesetzt, da sie die entstehende Wärme über eine größere Oberfläche verteilen und dadurch höhere Leistungen der Röntgenröhre ermöglichen.
siehe auch: Kathode