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Tinea

Synonyme: Dermatophytose, Dermatophytenerkrankung

1 Definition

Unter einer Tinea versteht man eine Infektion mit Dermatophyten. Diese befallen vorrangig Haare, Nägel und Haut und werden in 3 Gattungen unterteilt:

2 Epidemiologie

Dermatophyten kommen im Erdboden und auf Lebewesen vor. Sie können sowohl von Mensch zu Mensch, als auch von Tier zu Mensch übertragen werden. Man bezeichnet sie entsprechend ihrer Wirtspräferenz als anthropophil (bevorzugt Menschen befallend) oder zoophil (bevorzugt Tiere befallend). Insgesamt gibt es ca. 45 verschiedene bisher bekannte Arten von Dermatophyten weltweit.

Die Epidemiologie ist von Art zu Art verschieden. Trichophyton rubrum ist der am häufigsten vorkommende Dermatophyt. Er siedelt sich vor allem in Haaren und Haut an. Ein direkter Hautkontakt ist zur Übertragung hierbei nicht erforderlich. Der Errger kann auf Gegenständen überleben, was die rasche und unkomplizierte Ausbreitung erklärt.

Demgegenüber wird Microsporum canis von Hunden oder Katzen auf den Menschen übertragen und gilt als Zoonose. Dieser Erreger befällt vor allem die Haare. Von Rindern wird die Infektion mit Trichophyton verrucosum übertragen.

Als anthropophiler, von Mensch zu Mensch übertragbarer Dermatophyt gilt Epidermophyton floccosum. Es ist vor allem in Hautfalten, wie im Leistenbereich und submammär zu finden.

3 Klinik

Da die Pilze das Stratum corneum der Haut befallen, sind die Infektionen außen sichtbar. Alle Infektionen mit Dermatophyten gehen mit einer mehr oder minder ausgeprägten Infektionssymptomatik einher.

Charakteristisch für einige Dermatophytenarten, wie zum Beispiel für Trichophyton rubrum, sind die sich auf der Haut ausbildenden konzentrischen Ringe. Diese Ringe zeigen einen rötlichen entzündlichen Saum und bereits abheilende und gesunde Haut im Zentrum. Die Ursache hierfür liegt an der Ausbreitung des Pilzes, die vom Zentrum in die Peripherie (zentrifugal) erfolgt. Es gibt sowohl stark juckende Formen der Tinea als auch Formen, die eher mit einer sehr trockenen schuppigen Haut einhergehen. Letztere werden als vesikulöse, dyshidrosiforme Effloreszenzen beschrieben.

Bei Tinea pedum, dem klassischen Fußpilz, zeigt sich die Haut hingegen trocken, rissig, ohne Entzündungszeichen, dafür aber mit einer vermehrten Hornhautbildung, einer sogenannten Hyperkeratose.

Die von den Tieren auf den Menschen übertragenen Infektionen führen zu deutlicheren Entzündungen. Da sie sich entlang der Haarfollikel ausbreiten, imponieren sie klinisch als Pusteln und Furunkel im Haarbereich.

Bei immungeschwächten Patienten infolge von immunsuppressiven Therapien, Organtransplantationen oder konsumierenden Grunderkrankungen können Dermatophyteninfektionen auch zu Granulomen führen.

4 Arten

5 Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch den mikroskopischen Nachweis der Pilzbestandteile im Nativpräparat und die Anzucht der Dermatophyten in einer Kultur zum Beispiel auf Sabouraud-Glucose-Agar als Nährmedium. Das Untersuchungsmaterial sind Hautschuppen, Nagelspäne und epilierte Haare.

6 Therapie

Das Hauptaugenmerk der Therapie liegt auf der topischen, also lokalen Behandlung der Tinea zum Beispiel mit antimykotischen Lösungen zum Auftragen auf die Haut oder Schleimhäute. Bei ausgeprägterem Befall kann auch eine systemischen Therapie notwendig sein. Hierzu werden Wirkstoffe wie Terbinafin oder Fluconazol verwandt. Gute Ergebnisse zeigen diese Präparate unter anderem bei der Tinea capitis und der Tinea unguium. Die Therapiedauer variiert hierbei je nach Art und Ausbreitung zwischen 2 Wochen und 4 Monaten.

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