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Tietze-Syndrom

Synonyme: Chondrodynia costosternalis, Chondropathia tuberosa, Costochondritis
Englisch: costochondritis, Tietze syndrome, costochondral junction syndrome

1 Definition

Das Tietze-Syndrom ist eine seltene idiopathische Chondropathie der Rippenknorpel am Ansatz des Brustbeins (Sternum), die mit Schmerzen und Schwellung im Bereich des ventralen Thorax einhergeht. Es ist differentialdiagnostisch von Angina pectoris-Beschwerden abzugrenzen.

2 Ätiologie

Die Ursachen für das Tietze-Syndrom sind zur Zeit (2008) nicht bekannt. Es werden entzündliche Veränderungen durch Überbeanspruchung vermutet. Häufig werden Blockierungen der zugehörigen Costo-vertebralgelenke gefunden.

3 Lokalisation

Jeder der 7 Rippenknorpelansätze am Brustbein kann betroffen sein. In 90% der Fälle verursachen mehrere Ansätze Beschwerden. Am häufigsten befällt das Tietze-Syndrom den 2-5 Rippenknorpel.

4 Symptome

Der Schmerz kann schrittweise oder plötzlich eintreten und ggf. in Arme und Schulter ausstrahlen. Er wird durch Bewegungen des Brustkrobs oder tiefe Inspiration verstärkt. In der Anamnese finden sich häufig Traumen oder ungewöhnliche Belastungen (Umzug, Renovierungsarbeiten).

5 Diagnose

Diagnostisch wegweisend ist die Druckschmerzhaftigkeit der Rippenknorpel. Dazu palpiert der Untersucher die Rippenknorpel mit einem Finger unter diskreter Druckausübung. Der Druckschmerz ist in der Regel von der 2ten bis zur 7ten Rippe am ausgeprägtesten.

Das Röntgenbild ist in der Regel unauffällig und liefert keine diagnostischen Hinweise. Im MRT kann ggf. eine Schwellung der Rippenknorpel nachgewiesen werden.

6 Differentialdiagnosen

7 Therapie

Eine Therapie ist in der Regel nicht notwendig, da das Tietze-Syndrom häufig von selbst verschwindet. Die Schmerzbekämfung kann durch die orale Gabe von Analgetika oder Antiphlogistika erfolgen. In schweren Fällen können Lokalanästhetika - ggf. zusammen mit Glukokortikoiden - in die Nähe der betroffenen Rippenknorpel injiziert werden. Möglich ist auch der Einsatz von Manueller Therapie, um evtl. vorhandene Blockierungen an den Costo-vertebralgelenken und damit ungünstige Belastung der costo-sternalen Übergänge zu beseitigen.

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