Paranoide Schizophrenie
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1 Definition
Bei der Paranoiden Schizophrenie handelt es sich um die häufigste und bekannteste Erkrankung aus dem Formkreis der Schizophrenien. Im Mittelpunkt stehen hier Wahnvorstellungen, Störungen des Ich-Bewusstseins und Halluzinationen. Letztere kommen in über 80 % der Krankheitsfälle vor. Bei den halluzinogenen Wahrnehmungen handelt es sich in den allermeisten Fällen um akustische Eindrücke. Die Patienten sprechen davon, Stimmen zu hören. Bei der paranoiden Schizophrenie kommen Positivsymptome weit häufiger vor, als Negativsymptome.
2 Symptome
Während bei den meisten anderen Formen der Schizophrenie eine klare Abgrenzung und Aufteilung der Symptome in Positiv- und Negativsymptome erfolgt, treten bei der paranoiden Schizophrenie so gut wie keine Negativsymptome auf. Weiterhin ist auffallend, dass diese positiven Symptome meistens sehr plötzlich erscheinen, während der Patient kurz vorher noch vollkommen unauffällig war. Eine rasch eintretende Symptomatik wirkt sich häufig günstig auf die Heilungsprognose aus. Es kommt zu folgenden Krankheitsanzeichen:
- Störungen der Ich-Persönlichkeit mit Abgrenzungsproblemen gegenüber der Umwelt und anderen Individuen
- diverse Wahnvorstellungen führen zu unauslöschbar starken Überzeugungen des Patienten, in irgendeine negative Tatsache einbezogen zu sein. Dies kann die Überzeugung sein, verfolgt, gehasst und bedroht zu werden. Auch vollkommen unrealistische Gedankengänge, wie die Angst vor der Entführung durch Außerirdische sind keine Seltenheit. Es gelingt in dieser Phase nicht, den Patienten von der Irrationalität seiner Gedanken zu überzeugen.
- akustische Halluzinationen: Der Patient hört Stimmen, die ihm z. B. Befehle geben, ihn überwachen oder demütigen.
- Denkstörungen: Normale Denkprozesse sind verzerrt und widersprechen in großem Umfang der Realität
- Gedankeneingebung
3 Ursachen
Eine genaue Ursache kann bei Schizophrenien nicht ausgemacht werden. Als sicher gilt eine genetische Prädisposition, die das Auftreten der psychiatrischen Erkrankung begünstigt.
3.1 Biologische/Chemische Ursachen
- Überaktivität von bestimmten Nervenbahnen im Gehirn, die den Neurotransmitter Dopamin enthalten
- Drogen
- Medikamente
- evtl. bestimmte Infektionen durch Viren und Borrelien
3.2 Psychosoziale Ursachen
- Stress
- Depressionen
- andere psychiatrische Erkrankungen wie Essstörungen oder Traumata
- nicht ausreichend verarbeitete Schicksalsschläge
4 Diagnose
- ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch
- Ausschluss von anderen Ursachen wie Hirntumore, Läsionen, o. ä.
- bildgebende Verfahren: Patienten mit paranoider Schizophrenie verfügen häufig über außerordentlich große Hirnventrikel
5 Therapie
- medikamentöse Therapie (Gabe von Neuroleptika und Anxiolytika)
- Psychotherapie: Eine ausführliche Gesprächs- bzw. Verhaltenstherapie kann den Patienten helfen, über die teilweise traumatischen Erlebnisse währende eines akuten Krankheitsschubes zu verarbeiten
- Arbeitstherapie
- Ergotherapie
- Sporttherapie
- Elektrokrampftherapie
- Entspannungstraining
Tags: Dopamin, Schizophrenie
Fachgebiete: Psychiatrie
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