Ossifikation: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Gegenteil, der Abbau von Knochengewebe, nennt sich [[Osteolyse]].
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==Hintergrund==
==Physiologie==
Die Ossifikation ist ein physiologischer Prozess, der vom Organismus zum [[Wachstum]] oder zur [[Regeneration]] (z.B. nach einer [[Fraktur]]) eingesetzt wird.
Die Ossifikation ist ein physiologischer Prozess, der vom Organismus zum [[Wachstum]] oder zur [[Regeneration]] (z.B. nach einer [[Fraktur]]) eingesetzt wird.


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* [[Desmale Ossifikation]]
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* [[Chondrale Ossifikation]]
* [[Chondrale Ossifikation]]
Eine Knochenneubildung kann unter bestimmten Bedingungen auch [[pathologisch]] im [[Bindegewebe]] außerhalb des Skeletts auftreten. In diesem Fall spricht man von [[heterotope Ossifikation|heterotoper Ossifikation]], wie sie z.B. bei der [[Myositis ossificans progressiva]] auftritt.


==Physiologie==
Sowohl bei der desmalen als auch bei der chondralen Ossifikation entsteht zunächst unreifer [[Geflechtknochen]], bei dem die [[Kollagenfibrille]]n der Knochengrundsubstanz noch ungeordnet sind. Der Geflechtknochen - auch Faserknochen genannt -  hat aufgrund dieser "anarchischen" Struktur nur eine geringe mechanische Festigkeit. Durch mechanische Beanspruchung des Geflechtknochens kommt es zum Umbau in den strukturierten und daher stabileren  [[Lamellenknochen]].
Sowohl bei der desmalen als auch bei der chondralen Ossifikation entsteht zunächst unreifer [[Geflechtknochen]], bei dem die [[Kollagenfibrille]]n der Knochengrundsubstanz noch ungeordnet sind. Der Geflechtknochen - auch Faserknochen genannt -  hat aufgrund dieser "anarchischen" Struktur nur eine geringe mechanische Festigkeit. Durch mechanische Beanspruchung des Geflechtknochens kommt es zum Umbau in den strukturierten und daher stabileren  [[Lamellenknochen]].
==Pathophysiologie==
Eine Knochenneubildung kann unter bestimmten Bedingungen auch [[pathologisch]] im [[Bindegewebe]] außerhalb des Skeletts auftreten. In diesem Fall spricht man von [[heterotope Ossifikation|heterotoper Ossifikation]], wie sie z.B. bei der [[Myositis ossificans progressiva]] auftritt.


==Klinik==
==Klinik==

Version vom 5. März 2018, 20:12 Uhr

von lateinisch: os - Knochen
Synonyme: Osteogenese, Knochenneubildung, Knochenbildung
Englisch: ossification

Definition

Als Ossifikation oder Osteogenese bezeichnet man die Bildung von Knochengewebe.

Das Gegenteil, der Abbau von Knochengewebe, nennt sich Osteolyse.

Physiologie

Die Ossifikation ist ein physiologischer Prozess, der vom Organismus zum Wachstum oder zur Regeneration (z.B. nach einer Fraktur) eingesetzt wird.

Neuer Knochen kann sich direkt aus Bindegewebe oder indirekt über Knorpel als Zwischenstufe bilden. Demnach unterscheidet man zwei Formen der Ossifikation:

Sowohl bei der desmalen als auch bei der chondralen Ossifikation entsteht zunächst unreifer Geflechtknochen, bei dem die Kollagenfibrillen der Knochengrundsubstanz noch ungeordnet sind. Der Geflechtknochen - auch Faserknochen genannt - hat aufgrund dieser "anarchischen" Struktur nur eine geringe mechanische Festigkeit. Durch mechanische Beanspruchung des Geflechtknochens kommt es zum Umbau in den strukturierten und daher stabileren Lamellenknochen.

Pathophysiologie

Eine Knochenneubildung kann unter bestimmten Bedingungen auch pathologisch im Bindegewebe außerhalb des Skeletts auftreten. In diesem Fall spricht man von heterotoper Ossifikation, wie sie z.B. bei der Myositis ossificans progressiva auftritt.

Klinik

Krankheitsbilder durch fehlerhafte Ossifikation (Ossifikationsstörungen) sind die Domäne der Orthopädie. Hierzu zählt zum Beispiel der Morbus Osgood-Schlatter