Lungenkapillaren-Verschlussdruck: Unterschied zwischen den Versionen

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''Synonyme: Wedge-Druck, pulmonalkapillärer Verschlussdruck''<br>
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'''''Englisch:''' wedge pressure, pulmonary wedge pressure, pulmonary capillary wedge pressure, PCWP''
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Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck sollte zwischen 5-12 mmHg liegen.
Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck sollte zwischen 5-12 [[Millimeter Quecksilbersäule|mmHg]] liegen. Ein Wert über 20 mmHg kann auf eine [[Herzinsuffizienz]] oder andere kardiale Probleme hinweisen.
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[[Tag:Pulmonaliskatheter]]
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[[Tag:Ventrikeldruck]]
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Aktuelle Version vom 4. Februar 2025, 00:56 Uhr

Synonyme: Wedge-Druck, pulmonalkapillärer Verschlussdruck
Englisch: wedge pressure, pulmonary wedge pressure, pulmonary capillary wedge pressure, PCWP

Definition

Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck, kurz PCWP, ist ein mit dem Pulmonaliskatheter zu bestimmender Druck, der indirekt eine Bestimmung des enddiastolischen Druckes im linken Ventrikel des Herzens erlaubt.

Technik

Der Pulmonaliskatheter wird über einen venösen Zugang in den rechten Ventrikel vorgeschoben. Der an der Spitze des Katheters gelegene Ballon wird mit etwa 1 ml Luft aufgepumpt. Der Ballon wandert durch die Aktionen des schlagenden Herzen in die sogenannte Wedge-Position, das heisst er liegt fixiert in einem Ast der Pulmonalarterie.

Aussagekraft

Durch Einklemmung des Ballons in der Pulmonalarterie fließt in diesem Gefäß kein Blut in den Lungenkreislauf. Der so zu messende Druck entspricht dem endiastolischen Druck im linken Vorhof bzw. im linken Ventrikel. Damit kann auch ohne arteriellen Katheteter der Druck des Herzen bestimmt werden.

  • CAVE: Das Aufpumpen des Ballons und die Lage in der Wedge-Position sollte immer nur kurzfristig bis zum Abschluss der Messung beibehalten werden. Ansonsten droht ein Infarkt des "abgeklemmten" Lungenanteils.

Störfaktoren

Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck korreliert am gesunden und kranken Herzen eng mit den Drücken in linkem Vorhof und linker Kammer. Um Fehlinterpretationen und sinnlose Messungen zu vermeiden ist die Kenntnis von Störfaktoren bedeutsam:

  • Lungenkapillaren-Verschlussdruck niedriger als enddiastolischer Ventrikeldruck (PCWP < LVEDP) bei
  • Lungenkapillaren-Verschlussdruck höher als enddiastolischer Ventrikeldruck (PCWP > LVEDP) bei

Normbereich

Der Lungenkapillaren-Verschlussdruck sollte zwischen 5-12 mmHg liegen. Ein Wert über 20 mmHg kann auf eine Herzinsuffizienz oder andere kardiale Probleme hinweisen.