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Rampenläsion

1. Definition

Rampenläsionen sind eine besondere Form von Verletzungen des Innenmeniskus. Sie entstehen typischerweise in Kombination mit Rupturen des vorderen Kreuzbandes. Aufgrund ihrer versteckten Lage im posteromedialen Kompartiment des Kniegelenks werden sie sowohl in der bildgebenden Diagnostik als auch arthroskopisch häufig übersehen.

2. Anatomie

Der Innenmeniskus ist im Vergleich zum Außenmeniskus durch seine feste Verbindung zur Gelenkkapsel und zum medialen Kollateralband in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Zwei ligamentäre Strukturen bzw. Kapselverstärkungen stabilisieren dabei das Hinterhorn des Innenmeniskus:

Beide Strukturen schränken zusammen mit dem Meniskushinterhorn Translations- und Rotationsbewegungen des Tibiakopfes ein. Das meniskotibiale und das meniskokapsuläre Ligament inserieren über eine Länge von ca. 20 mm in mediolateraler Richtung am Rand des Innenmeniskushinterhorns. Dieser Bereich wird auch als Meniskusrampe bezeichnet.

3. Klassifikation

3.1. ...nach Thaunat

Nach Thaunat werden folgende Formen der Rampenläsion unterschieden:[1]

  • Typ 1: meniskokapsulärer Riss
  • Typ 2: partieller superiorer Riss
  • Typ 3: partieller inferiorer Riss ("hidden lesion")
  • Typ 4: kompletter peripherer Riss
  • Typ 5: doppelter Riss

3.2. ..nach Greif

Die Klassifikation nach Greif erweitert die ursprüngliche Thaunat-Klassifikation um morphologische und bildgebungsbasierte Subtypen:[2]

Typ Beschreibung Arthroskopische Stabilität
1 Isolierte meniskokapsuläre Ligamentläsion stabil
2 Partialriss im superioren Hinterhorn stabil
3A Partialriss des inferioren Meniskusanteils (meniskotibiales Band involviert) instabil
3B Isolierter Riss des meniskotibialen Bands instabil
4A Kompletter longitudinaler Riss im "red-red-Bereich" des Hinterhorns instabil
4B Junction tear: Ablösung der meniskokapsulären und meniskotibialen Bänder instabil
5 Doppelriss im Hinterhorn stark instabil

4. Diagnostik

4.1. Radiologie

In der MRT des Kniegelenks erscheinen Rampenläsionen als longitudinal verlaufende T2w- bzw. PDw-Hyperintensität zwischen dem Innenmeniskushinterhorn und der Gelenkkapsel. Weiterhin sollte auf eine Diskontinuität der dorsalen Meniskuskontur, auf perimeniskale Flüssigkeit im posteromedialen Rezessus sowie auf eine Meniskusextrusion geachtet werden. Rampenläsionen sind insbesondere in sagittalen Schichten erkennbar. Begleitende Zeichen sind Knochenmarködeme (v.a. posteromediales Tibiaplateau), eine anteriore Translation der Tibia und Signalveränderungen im Ansatz der Semimembranosussehne. Insbesondere Typ-3-Läsionen bleiben im MRT häufig unerkannt.

4.2. Arthroskopie

Die Arthroskopie ist der diagnostische Goldstandard und ermöglicht in gleicher Sitzung eine ggf. notwendige Therapie.

5. Therapie

Rampenläsionen Typ 1 und 2 werden beobachtet oder in bestimmten Fällen selektiv genäht. Bei instabilen Läsionen (Typ 3 bis 5) ist eine Nahtversorgung zur Wiederherstellung der posteromedialen Stabilität erforderlich. Oft erfolgt dabei auch eine Plastik des vorderen Kreuzbands. Dabei existieren verschiedene Techniken:

  • All-inside repair: über Trans-notch- oder posteromedialen Zugang
  • Inside-out repair: bei ausgedehnten oder multiplen Risszonen
  • Verwendung von flexiblen Nahtsystemen (z.B. FasT-Fix, Meniscal Cinch)

6. Literatur

7. Quellen

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Letzter Edit:
25.03.2025, 17:48
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