Zonabindungsassay
Definition
Der Zonabindungsassay, kurz ZBA, ist ein Spermienfunktionstest, der die Bindungsfähigkeit von Spermien an die Zona pellucida einer Eizelle untersucht. Er diente der ergänzenden Abklärung männlicher Subfertilität im Rahmen der erweiterten Fertilitätsdiagnostik. Er hat in der modernen Reproduktionsmedizin keine diagnostische Bedeutung mehr.
Hintergrund
Die Anheftung an die Zona pellucida ist ein wesentlicher Schritt der Fertilisation und Voraussetzung für die nachfolgende Akrosomreaktion und das Eindringen des Spermiums in die Eizelle. Störungen der Zona-Bindung können auch bei ansonsten unauffälligem Spermiogramm vorliegen.
Testprinzip
Im Test werden aufbereitete Spermien mit nicht fertilisationsfähigen Eizellen bzw. isolierter Zona pellucida inkubiert. Anschließend wird die Anzahl der an der Zona gebundenen Spermien mikroskopisch bestimmt. Je nach Laborprotokoll erfolgt die Auswertung als absolute Zahl gebundener Spermien pro Eizelle/Zona oder als Index im Vergleich zu Referenzwerten.
Indikationen
Der Test wurde bei unklarer männlicher Subfertilität trotz unauffälligem Spermiogramm durchgeführt, meist nach wiederholtem Versagen einer IVF. Mit der Einführung der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) sank seine diagnostische Relevanz, da durch diese Methode Bindungs- und Penetrationsprobleme umgangen werden.
Aussagekraft
Die Aussagekraft ist moderat. Die Ergebnisse sind methodenabhängig und müssen im Kontext der übrigen Befunde (u.a. Spermiogramm, Akrosomreaktionstest) interpretiert werden.