YLD
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LoslegenSynonyme: Lebensjahre mit Beeinträchtigung, Lebensjahre mit Behinderung
Englisch: years lived with disability
Definition
YLD, von englisch years lived with disability, ist ein Maß für die durch Krankheit oder Behinderung verursachten gesundheitlichen Einschränkungen einer Bevölkerung. YLD bilden die Morbiditätskomponente der DALY ("disability-adjusted life years") und quantifizieren, wie viele Jahre in einem Gesundheitszustand mit reduzierter Lebensqualität verbracht werden. Ein YLD entspricht dabei einem Jahr, das aufgrund von Krankheit oder Beeinträchtigung nicht bei voller Gesundheit gelebt wird.
Berechnung
Für die Berechnung von YLD existieren zwei methodische Ansätze:
Der prävalenzbasierte Ansatz multipliziert die Anzahl der zu einem Zeitpunkt an einer Erkrankung leidenden Personen mit der zugehörigen Gewichtung der Einschränkung (Disability Weight):
Der inzidenzbasierte Ansatz berücksichtigt stattdessen neu aufgetretene Fälle sowie deren durchschnittliche Erkrankungsdauer:
Das Disability Weight ist ein Wert zwischen 0 (vollständige Gesundheit) und 1 (dem Tod gleichgesetzter Gesundheitszustand) und wird empirisch anhand bevölkerungsbasierter Befragungen mittels Paarvergleichsmethoden ("paired comparisons") für einzelne Krankheitszustände ermittelt.[1] Die aktuelle Global-Burden-of-Disease-Studie (GBD) verwendet den prävalenzbasierten Ansatz ohne zusätzliche Altersgewichtung oder Diskontierung.[2]
Epidemiologie
Weltweit entfallen nach Schätzungen der GBD-Studie rund 22,9 % aller YLD auf psychische Störungen und Substanzgebrauchsstörungen, während dieselben Erkrankungsgruppen nur etwa 0,5 % der YLL ausmachen – ein Beleg dafür, dass diese Erkrankungen die Krankheitslast überwiegend über Morbidität und kaum über Mortalität verursachen.[3] In Deutschland zählen im Rahmen des Projekts BURDEN 2020 des Robert Koch-Instituts vor allem Rücken- und Nackenschmerzen sowie weitere muskuloskelettale Erkrankungen zu den führenden YLD-Ursachen.[4]
Anwendung
YLD ermöglichen es, die Krankheitslast chronischer, selten tödlicher Erkrankungen sichtbar zu machen, die in reinen Mortalitätsstatistiken unterrepräsentiert wären – etwa Rückenschmerzen, Depression oder Migräne. Sie dienen der ursachen-, alters- und geschlechtsspezifischen Priorisierung von Präventions- und Versorgungsangeboten sowie dem internationalen Vergleich der Krankheitslast im Rahmen der GBD-Studie und nationaler Projekte.
Einschränkungen
Der prävalenzbasierte Ansatz vermischt neu aufgetretene und bereits bestehende Fälle und kann dadurch die aktuelle Krankheitslast über- oder unterschätzen, wenn sich Inzidenz oder Schweregrad einer Erkrankung über die Zeit verändern.[5] Zudem werden Komorbiditäten bei der Ermittlung der Disability Weights durch Simulationsverfahren korrigiert, was die Vergleichbarkeit einzelner Krankheitsschätzungen einschränken kann.
Einordnung
Quellen
- ↑ World Health Organization, WHO methods and data sources for global burden of disease estimates 2000–2019, Genf: WHO, 2020
- ↑ GBD 2021 Diseases and Injuries Collaborators, Global incidence, prevalence, years lived with disability (YLDs), disability-adjusted life-years (DALYs), and healthy life expectancy (HALE) for 371 diseases and injuries in 204 countries and territories and 811 subnational locations, 1990–2021, Lancet, 2024
- ↑ ppt-online.de - Global burden of disease Psychische Störungen und Substanzmissbrauch auf Platz 5, abgerufen am 05.08.2026
- ↑ Robert Koch-Institut - Burden of Disease, abgerufen am 05.08.2026
- ↑ MetricGate - Years Lived with Disability (YLD) Calculator, abgerufen am 05.08.2026