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Winterstein-Fraktur

Englisch: extra-atricular metacarpal fracture

1 Definition

Bei der Winterstein-Fraktur handelt es sich um eine extraartikuläre basisnahe Schrägfraktur des Os metacarpale I. Anders als bei der Rolando- oder der Bennett-Luxationsfraktur, verlaufen hier die Frakturlinien nicht im artikulierenden Bereich des 1. Mittelhandknochens.

2 Ätiologie

Die Wintersteinfraktur entsteht wie die anderen Mittelhandfrakturen durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung mit z.B. Sturz auf die Hand und damit axialer Kompression über der Os-metacarpale-Basis.

3 Einteilung

Die Winterstein-Fraktur gehört zu den Os-metacarpale-I-Basisfrakturen und liegt damit etwas distal des Daumensattelgelenks.

4 Klinik

Der Daumen der Patienten ist in leichter Abduktionsstellung vorzufinden. Die Patienten klagen über starke Schmerzen bei Druck, Bewegung und Verschiebung. Das Frakturgebiet ist geschwollen und die Fraktur kann tastbar sein.

5 Diagnose

5.1 Klinische Untersuchung und Anamnese

Zunächst einmal sollte die Oppositionsbewegung des Daumens geprüft werden (das Daumensattelgelenk ermöglicht, dass sich der Daumen den anderen Fingern nähern kann). Zusätzlich kann man auch den Faustschluss überprüfen. Wenn der Patient diese beiden Bewegungen nicht ausführen kann und Inspektion und Palpation schon vorgenommen wurden, können des weiteren Röntgenaufnahmen gemacht werden.

5.2 Röntgen

Hand in 2 Ebenen: bei Supination der Hand um 30° nach radial hat man eine gute Einsicht in das Daumensattelgelenk. Eine gute laterale Ansicht ist bei 15° Pronation gewährleistet, während der Strahlengang von distal nach proximal geht.

6 Therapie

6.1 Konservative Therapie

Die konservative Therapie erfolgt, wenn die Fraktur nicht oder nur wenig verschoben ist. Sie besteht dann aus einer Gipsschiene, die den Unterarm und den Daumen bis zum Fingernagel für vier bis sechs Wochen in Funktionsstellung ruhiggestellt. Da die Frakturfragmente aber oft – durch den starken Zug der Beugemuskulatur – nach palmar abkippen, ist meist eine Osteosynthese notwendig.

6.2 Operative Therapie

Das Operationsgebiet wird an der Streckseite freigelegt und die Fraktur wird zuerst genauestens eingerichtet, so dass die ursprüngliche Anatomie des Os metacarpale wiederhergestellt ist. Daraufhin wird der Knochen durch eine übungsstabile aus Titan bestehende Miniplatte (T-Platte) stabilisiert.

Eine andere Möglichkeit ist die perkutane Kirschnerdrahtosteosynthese, bei der das Os meatarcaple I durch 2 feine Drähte fixiert wird.

7 Nachbehandlung

Durch die Tatsache, dass die Behandlung einer Wintersteinfraktur im Gegensatz zu den anderen beiden intraartikulären Mittelhandfrakturen übungsstabil erfolgen kann, bedeutet dies, dass der Daumen für die erste Zeit bewegt, aber nicht belastet werden darf.

Die Kirschnerdrähte dürfen nach vier Wochen entfernt werden.

8 Komplikationen

Zu den Komplikationen zählen Pseudarthrosebildung, Rotationsfehler der Fragmente, Verschiebung mit Knick des Metacarpalschaftes, Verkürzung durch den Zug des Musculus abductor pollicis brevis nach radial und dorsal. Sehr selten wurden auch Arthrosen des Daumensattelgelenks beschrieben (Rhizarthrosen), auch wenn dieses nicht direkt von der Fraktur betroffen war.

Die Prognose ist aber allgemein gut.

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