W150-Wert
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LoslegenSynonyme: W150, PWC150
Englisch: physical working capacity at 150 bpm
Definition
Der W150-Wert bezeichnet die körperliche Leistung in Watt, die eine Person bei einer Herzfrequenz von 150 Schlägen pro Minute während einer stufenförmigen Ergometrie erbringt. Er dient als submaximaler Parameter zur Beurteilung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit und wird insbesondere in der Arbeitsmedizin eingesetzt.
Bestimmung
Bei einer Fahrradergometrie wird die Belastung stufenweise erhöht und gleichzeitig die Herzfrequenz gemessen. Diejenige Leistung, die einer Herzfrequenz von 150/min entspricht, wird als W150 angegeben.
Wird während einer Belastungsstufe nicht exakt eine Herzfrequenz von 150/min erreicht, kann der Wert aus den beiden benachbarten Messpunkten linear interpoliert werden. Eine Extrapolation über die tatsächlich erreichte Belastung hinaus ist weniger zuverlässig und sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Zur besseren Vergleichbarkeit kann die Leistung auf das Körpergewicht bezogen und in W/kg angegeben werden.
Einflussgrößen und Einschränkungen
Die Aussagekraft des W150-Wertes setzt eine annähernd lineare Beziehung zwischen Belastung und Herzfrequenz voraus. Diese ist eingeschränkt bei:
- Einnahme negativ chronotroper Medikamente: Betarezeptorenblocker senken die Herzfrequenz unter Belastung, wodurch der interpolierte Wert verfälscht wird.[1]
- krankem Sinusknoten (Sick-Sinus-Syndrom) oder anderen Herzrhythmusstörungen, die eine verlässliche Herzfrequenzsteuerung verhindern[1]
- unzureichender Ausbelastung oder mangelnder Motivation der untersuchten Person[1]
- hoher Umgebungstemperatur und unzureichendem Flüssigkeitshaushalt: Hitze und Dehydratation erhöhen über den sogenannten kardiovaskulären Drift die Herzfrequenz bei gleicher Belastung.[2]
In diesen Fällen ist der W150-Wert nur eingeschränkt verwertbar und sollte im Kontext der übrigen Untersuchungsbefunde interpretiert werden.
Bedeutung
Der W150-Wert wird unter anderem bei arbeitsmedizinischen Untersuchungen von Personen mit hoher körperlicher Belastung eingesetzt, beispielsweise bei Tätigkeiten unter schwerem Atemschutz.
Ab dem 40. Lebensjahr erfolgt nach den DGUV-Empfehlungen zur arbeitsmedizinischen Eignungsbeurteilung von Atemschutzgeräteträgern eine Umstellung des Sollwerts von W170 auf W150.[3]
Der W150-Wert bildet die körperliche Leistungsfähigkeit nur eingeschränkt ab. Für eine umfassende Beurteilung liefern die maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max) bzw. die maximal erreichte Sauerstoffaufnahme (VO₂peak) und die maximal erreichte Wattleistung zusätzliche Informationen.[4]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Such U. Die maximale Herzfrequenz. Dtsch Z Sportmed. 2010;61(12).
- ↑ Heaps et al., Hypohydration causes cardiovascular drift without reducing blood volume, Int J Sports Med, 1994
- ↑ Marek EM. Wie leistungsfähig müssen Einsatzkräfte sein? Vortrag, DGUV Fachgespräch „Einsatzdienst – Sicher – Gesund – Miteinander", Dresden, 11.12.2018.
- ↑ Meyer et al., Belastungsuntersuchungen in der Pneumologie – Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V., Pneumologie, 2018
Literatur
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): DGUV Empfehlungen für arbeitsmedizinische Beratungen und Untersuchungen. Leitfaden für die Ergometrie. 2024
- Löllgen H, Erdmann E, Gitt A. Ergometrie. 3. Aufl. Springer; 2011.