Vorprobe nach Oehlecker
nach dem deutschen Chirurgen Franz Oehlecker (1874 bis 1957)
Synonyme: Oehlecker-Probe, biologische Vorprobe
Definition
Die Vorprobe nach Oehlecker beschreibt die kurze Transfusion eines kleinen Teils eines Erythrozytenkonzentrats, um eine mögliche Unverträglichkeit frühzeitig zu erkennen und das Ausmaß eines potenziellen Schadens zu begrenzen.
Indikation
Eine biologische Vorprobe wird empfohlen, wenn eine strenge Transfusionsindikation besteht und besser verträgliche Erythrozytenkonzentrate nicht verfügbar sind. Dies ist insbesondere der Fall bei:
- Situationen, in denen keine serologische Verträglichkeitsprobe möglich ist (z.B. durchgehend positive Kreuzprobe)
- Wärmeautoantikörper des Patienten
- Kälteautoantikörper mit Wärmeamplitude
- Bekannter Anamnese einer Transfusionsreaktion
Durchführung
Es erfolgt ein Bedside-Test mit ausreichender Dokumentation und Prüfung der Patientenidentität. Man beginnt mit der Transfusion von ca. 10 ml über 3 Minuten lang (1 Tropfen/Sekunde). Danach wird die Transfusion abgestellt und 5 Minuten gewartet. Der Patient wird auf eventuelle Symptome wie Unwohlsein, Schüttelfrost oder Atemnot beobachtet. Bei Ausbleiben von Symptomen kann die Transfusion unter weiterem Monitoring verabreicht werden.
Generell sollten mit Transfusionen keine weiteren Medikamente gleichzeitig verabreicht werden.
Literatur
- Blutzentrale Linz; Biologische Vorprobe; Version vom 03.01.2023
- ÖGTB; Klinische Hämotherapie, Der klinische Transfusionsprozess, abgerufen am 17.03.2026
- Thieme; Transfusionsmedizin; Die biologische Vorprobe (Vorprobe nach Oehlecker) – Eine Bestandsaufnahme zur Anwendungspraxis im deutschen Sprachraum[*]; Transfusionsmedizin 2025; 15(02): 82-87