UCP2
Synonym: Entkopplungsprotein 2, SLC25A8
Englisch: uncoupling protein 2, mitochondrial uncoupling protein 2
Definition
UCP 2 ist ein Entkopplungsprotein, das in den Mitochondrien verschiedener Gewebetypen exprimiert wird u.a. in Leber, Niere, Gehirn, Pankreas und Immunzellen.
Biochemie
Das Entkopplungsprotein 2 sorgt für einen Protonenrückstrom aus dem Intermembranraum in die Mitochondrienmatrix. Diese Entkopplung führt zu einer Absenkung des mitochondrialen Membranpotentials und kann die Kopplung zwischen Atmungskette und ATP-Synthese reduzieren. Dieser Vorgang wird auch als "mitochondrial proton leak" bezeichnet.
Im Gegensatz zu UCP1 ist die Funktion von UCP2 als klassisches thermogenes Entkopplungsprotein bisher (2026) nicht abschließend geklärt. Es gilt primär als Regulator des mitochondrialen Redoxstatus, insbesondere durch Modulation der Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), sowie als Modulator des Energiestoffwechsels. Es werden zudem Transportfunktionen für Metabolite diskutiert. Eine relevante Wärmeproduktion im Sinne der adaptiven Thermogenese ist für UCP2 im Gegensatz zu UCP1 nicht belegt.
Regulation
Fettsäuren, reaktive Sauerstoffspezies und Produkte des Peroxisoms werden mit der Regulation von UCP2 in Verbindung gebracht, wobei die Mechanismen komplex und nicht vollständig geklärt sind. Insbesondere scheint die Aktivierung häufig indirekt zu erfolgen, z.B. über ROS-abhängige Signalwege oder Lipidperoxidationsprodukte. Darüber hinaus unterliegt UCP2 einer vielschichtigen Regulation auf transkriptioneller und translationaler Ebene.