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Transurethrale Blasenkatheterisierung

Synonym: Transurethrale Katheterisierung

1 Definition

Die transurethrale Blasenkatheterisierung ist eine Form der Blasenkatheterisierung, bei der ein Blasenkatheter durch die Urethra in die Harnblase eingeführt wird.

2 Vorgehen

Vor einer transurethralen Blasenkatheterisierung sollte ein sogenanntes Katheterset bereitstehen, welches alle benötigten Materialen enthält. Dazu gehören:

  • Blasenkatheter
  • Tupfer
  • Handschuhe
  • Unterlage und Lochtuch zur Abdeckung
  • Desinfektionsmittel
  • Gleitmittel für den Katheter
  • Schlauch für die Ableitung zum Anschluss an den Katheter
  • Urinbeutel zum Anschluss an den Schlauch

Die transurethrale Katheterisierung bei Frau und Mann unterscheiden sich in der Durchführung, da beim Mann erschwerend der durch den Penis verlaufende Teil der Harnröhre mit dem Katheter durchlaufen werden muss.

2.1 Durchführung bei der Frau

  • Lagerung in Rückenlage mit auseinandergewinkelten Knien und einander anliegenden Füßen
  • Abdeckung mit Lochtuch
  • Desinfektion der Vulva von ventral nach dorsal
  • Abspreizung der kleinen Schamlippen und mehrmalige Desinfektion
  • Desinfektion des Harnröhrenausgangs
  • Instillation eines Gleitmittels zur Schonung der urethralen Schleimhaut und zur Vorbeugung gegen Mikroverletzungen.
  • Einführung des Katheters in die Harnröhre, Vorschieben unter leichten Druck bis Urin abfliesst
  • Bei Dauerkathetern Blocken des Ballons mit Aqua dest., danach Katheter leicht zurückziehen

2.2 Durchführung beim Mann

  • Lagerung in Rückenlage und Abdecken mit Lochtuch
  • Desinfektion der äußeren Genitale
  • Unter sterilen Bedingungen nach Zurückstreifen der Vorhaut unter Spreizen der Harnröhrenöffnung diese mehrfach desinfizieren
  • Injektion von Gel mit Lokalanästhetikum (dient sowohl zur Anästhesie als auch als Gleitmittel)
  • Blasenkatheter (unter Zug am Penis nach oben) vorschieben
  • bei spürbarem Widerstand Penis gestreckt nach unten ziehen, Katheter kann dann unter schwindendem Widerstand weiter vorgeschoben werden
  • Vorschieben bis zum Abgang von Urin, dann weiterschieben und Ballon mit Aqua dest. blockieren
  • Katheter leicht zurückziehen
  • Vorhaut reponieren (ansonsten droht Paraphimose)

3 Kontraindikationen

Für eine transurethrale Blasenkatheterisierung bestehende Kontraindikationen sind:

Vorbestehende Harnröhrenstrikturen sind eine relative Kontraindikation, bei notwendiger Katheterisierung kann trotzdem vorsichtig katheterisiert werden.

4 Komplikationen

Im Rahmen der transurethralen Blasenkatheterisierung kann als wichtigste Komplikation neben der katheterassozierten Harnwegsinfektion die Harnröhrenstriktur auftreten.

Durch die mechanische Reizung der Harnröhre durch den Katheter entsteht eine Urethritis, die als Folge einer narbigen Abheilung in eine Striktur übergehen kann.

Weiterhin ist das Infektionsrisiko für schwerwiegende Infektionen der ableitendne Harnwege höher. So kann es neben der Urethritis zur Prostatitis, Epididymitis und Pyelonephritis kommen. Im Extremfall kann eine lebensbedrohliche Sepsis entstehen, sodass eine regelmäßige und sachgerechte Katheterpflege im Rahmen der transurethralen Blasenkatheterisierung unerlässlich ist.

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Fachgebiete: Urologie

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