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Stickstoffnarkose

(Weitergeleitet von Tiefenrausch)

Synonym: Tiefenrausch
Englisch: nitrogen narcosis

1 Definition

Als Stickstoffnarkose bezeichnet man die neurologischen Effekte, die durch die vermehrte Lösung von Stickstoff im Blut in größeren Tauchtiefen auftreten.

2 Physiologie

Durch den erhöhten Umgebungsdruck beim Tauchen nimmt die Lösung von Stickstoff in den Geweben in Abhängigkeit von der Tauchtiefe kontinuierlich zu. Der höhere Partialdruck des Stickstoffs verändert die elektrischen Eigenschaften der Nervenzellmembranen im ZNS und erzeugt dadurch einen narkotischen Effekt.

Davon abzugrenzen ist die Taucherkrankheit, die durch das Ausperlen von Stickstoff und anderen Gasen bei zu schnellem Auftauchen entsteht.

3 Symptome

Als Faustformel lässt sich sagen, dass der narkotische Effekt des Stickstoffs pro 15 Meter Tauchtiefe etwa der Wirkung eines alkoholischen Getränks ("Schnapsglas") entspricht - daher der Name "Tiefenrausch". Bereits in 45 Meter Tauchtiefe lassen sich Einschränkungen bzw. Veränderungen

feststellen. Bei ausgepägterem Verlauf bzw. größeren Tauchtiefen können optische und/oder akkustische Halluzinationen und Bewusstseinsstörungen hinzutreten.

Die durch die Stickstoffnarkose ausgelösten Veränderungen sind für den Taucher kritisch, da sie zu Euphorie, Selbstüberschätzung und lebensgefährdenden Fehlkalkulationen führen können.

4 Therapie

Die Therapie der Stickstoffnarkose besteht in sofortigem, kontrollierten Auftauchen unter genauer Beachtung der Dekompressionszeiten. Die Symptome bilden sich in geringeren Wassertiefen folgenlos zurück.

5 Prophylaxe

Um der Gefahr einer Stickstoffnarkose zu begegnen, werden für das Tauchen in größeren Wassertiefen spezielle Gasgemische (z.B. Trimix) eingesetzt, die Helium enthalten.

Die Wahrscheinlichkeit eines Tiefenrausches erhöht sich durch Einnahme von Stoffen, die auf das ZNS wirken. Daher sollten vor einem Tauchgang folgende Substanzen vermieden werden:

Weitere vermeidbare Risikofaktoren der Stickstoffnarkose sind Stress, Müdigkeit und Hypothermie.

Fachgebiete: Tauchmedizin

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