Tegafur
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenDefinition
Tegafur ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Fluoropyrimidine, der als Zytostatikum in der antineoplastischen Therapie eingesetzt wird.
Chemie
Tegafur ist ein Prodrug von 5-Fluoruracil (5-FU). Die Summenformel lautet C8H9FN2O3, die molare Masse beträgt 200,17 g/mol. Tegafur liegt als weißes bis nahezu weißes, kristallines Pulver vor. Die Substanz ist mäßig wasserlöslich und weist eine geringe Lipophilie auf. Der pKs-Wert des Pyrimidinrings liegt im schwach sauren Bereich. Aufgrund seiner chemischen Struktur ist Tegafur selbst nur gering zytotoxisch und entfaltet seine antineoplastische Wirkung erst nach metabolischer Aktivierung zu 5-Fluoruracil.
Wirkmechanismus
Der aktive Metabolit von Tegafur hemmt die Thymidylatsynthase und stört dadurch die DNA-Synthese proliferierender Zellen. Zusätzlich kommt es zur Fehlinkorporation von Metaboliten in RNA und DNA.
Pharmakokinetik
Nach oraler Aufnahme wird Tegafur im Gastrointestinaltrakt resorbiert und in der Leber enzymatisch zu 5-Fluoruracil metabolisiert. Durch die Prodrug-Eigenschaft weist Tegafur im Vergleich zu intravenösem 5-Fluoruracil eine verzögerte und gleichmäßigere Wirkstofffreisetzung auf.
Indikatonen
Nebenwirkungen
Typische Nebenwirkungen entsprechen denen anderer Fluoropyrimidine und umfassen gastrointestinale Beschwerden, Myelosuppression sowie mukokutane Reaktionen. Bei einem Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-Mangel (DPD-Mangel) kann es zu schweren toxischen Reaktion kommen.