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Thrombospondin 1

(Weitergeleitet von TSP-1)

Synonyme: TSP-1, TSP1

1 Definition

Thrombospondin 1, kurz TSP1, ist ein Glykoprotein, das in der Extrazellulärmatrix vorkommt und wird von Stroma-, Endothel-, Immunzellen und Thrombozyten exprimiert. Es wird durch das Gen THBPS1 kodiert und wurde das erste mal aus Thrombozyten isoliert, die mit Thrombin stimuliert wurden. Thrombospondin1 gehört zur Proteinfamilie der Thrombospondine, die sezerniert werden und vielfältige Funktionen im Organismus erfüllen.

2 Funktion

Thrombospondin1 reguliert wichtige Funktionen wie die Proliferation, Apoptose, Angiogenese, die Aktivierung des Gewebshormons TGF beta und die Aktivität des Immunsystems. Diese zahlreichen Funktionen erfüllt Thrombospondin1 über die Bindung an diverse unterschiedliche Rezeptoren.

  • Proliferation (antiproliferativ über die Interaktion mit den CD36-Oberflächenmolekülen der Zellen)
  • Apoptose (apoptosefördernde Wirkung über den Fas-Signalweg)
  • Angiogenese (Hemmung der Angiogenese, der Neubildung von Gefäßen)
  • TGF beta-Aktivierung
  • Immunsystem (Hemmung von Immunreaktionen)
  • Zellmigration (Inhibition der Zellmigration von Endothelzellen über die Vermittlung von Zell-Matrix-Kontakten)
  • Kollagensynthese (Stimulation der Synthese über TGF beta, aber auch TGF beta-unabhängig über Calreticulin)

3 Die Rolle von Thrombospondin 1 bei Krebs

Thrombospondin 1 ist ein Tumorsuppressor: Es wirkt antiproliferativ, apoptosefördend und hemmt die für das Wachstum von Tumoren wichtige Neubildung von versorgende Gefäßen. Tumore, bei denen die Expression von Thrombospondin1 hochreguliert ist, weisen somit zumeist ein langsameres Wachstum auf.

Allerdings kann Thrombospondin 1 auch das Tumorwachstum fördern: Im Laufe der Krebserkrankung kann sich die Reaktion der Krebszellen auf das durch Thrombospondin 1 aktivierte TGF beta verändern. Dies wird vermutlich durch eine Herunterregulation des Tumorsuppressors p53 vermittelt. Daraufhin verliert Thrombospondin1 seinen antiproliferativen und apoptosefördernden Einfluss auf die Krebszellen. Gleichzeitig schützt es die Tumorzellen vor den Immunzellen durch seine immunsuppressive Wirkung.

Fachgebiete: Biologie, Onkologie

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