Streptokokkenangina
Synonyme: Streptokokken-Tonsillitis, A-Streptokokken-Angina, GAS-Pharyngitis
Englisch: streptococcal pharyngitis, strep throat
Definition
Eine Streptokokkenangina ist eine akute bakterielle Entzündung der Rachenschleimhaut und der Tonsillen, die durch Streptokokken ausgelöst wird.
Erreger
Häufigster Erreger ist Streptococcus pyogenes, der zu den β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A gehört. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt mit respiratorischen Sekreten
Epidemiologie
Die Erkrankung tritt weltweit auf. In gemäßigten und kalten Klimazonen tritt die Streptokokkenangina bevorzugt in den Winter- und Frühjahrsmonaten, insbesondere zwischen Januar und April, endemisch oder sporadisch auf. Betroffen sind vor allem Kinder im Grundschulalter. Etwa 15–20 % dieser Altersgruppe sind asymptomatische Träger von Streptococcus pyogenes. Rund die Hälfte aller Infektionen verläuft asymptomatisch oder nur mit mild ausgeprägter Symptomatik.
Nach durchgemachter Infektion entwickelt sich eine typspezifische Immunität gegen den jeweiligen M-Protein-Serotyp, jedoch keine belastbare Immunität gegenüber anderen Serotypen. Bei einem Teil der Betroffenen bleibt die Antikörperbildung unzureichend aus, sodass rezidivierende Infektionen auftreten können.
Bei Erwachsenen sind akute Halsschmerzen deutlich häufiger viral bedingt.
Klinik
Typische Symptome sind:
- plötzlich einsetzende Halsschmerzen
- Fieber
- schmerzhafte Dysphagie
- gerötete, geschwollene Rachenschleimhaut
- vergrößerte Tonsillen, ggf. mit Stippchen
- druckschmerzhafte zervikale Lymphadenopathie
Da die unteren Atemwege nicht betroffen sind, tritt typischerweise kein Husten auf.
Bei bestimmten toxinbildenden Stämmen kann sich im weiteren Verlauf das systemische Krankheitsbild eines Scharlach entwickeln.
Diagnostik
Die Diagnose wird klinisch vermutet und kann durch einen Streptokokken-Schnelltest oder einen Rachenabstrich mit anschließender Kultivierung gesichert werden. Zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit werden klinische Scores wie der Centor-Score bzw. McIsaac-Score verwendet.
Differenzialdiagnosen
Therapie
Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Analgetika und Antipyretika, z.B. Ibuprofen oder Paracetamol. Bei gesicherter oder hochwahrscheinlicher A-Streptokokken-Angina ist Penicillin V über 10 Tage Mittel der Wahl. Alternativ ist die Gabe von Erythromycin möglich.