Sprachbarriere
Definition
Eine Sprachbarriere ist im medizinischen Kontext eine Behinderung der Kommunikation zwischen medizinischem Fachpersonal und Patienten. Sie kann durch unterschiedliche Sprachen, Dialekte und Sprachniveaus sowie durch psychische oder organische Beeinträchtigungen erzeugt werden.
Hintergrund
Sprachbarrieren erschweren die Anamnese, die Befundvermittlung, die Patientencompliance und die ärztliche Aufklärung und können so die Behandlungsqualität beeinträchtigen. Sie entstehen nicht nur auf linguistischer Ebene, sondern auch durch ein eingeschränktes Sprachverständnis, z.B. infolge von Hörstörungen, neurologischen Erkrankungen oder kognitiven Defiziten.
Sprachbarrieren besitzen neben einer klinischen auch rechtliche Bedeutung. Besteht eine relevante Sprachbarriere, kann die Einwilligung des Patienten zu einer medizinischen Maßnahme unwirksam sein, da ohne gesichertes Verständnis keine informierte Entscheidung des Patienten möglich ist.