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Single-Port-Operation

Synonym: Single-Port-Surgery, Single-Port-Laparoscopy (SPL), Single-Port-Acess-Surgery (SAP), One Port Umbilical Surgery (OPUS)

1 Definition

Die Single-Port-Operation ist ein laparoskopischer minimalinvasiv chirurgischer Eingriff, bei dem im Gegensatz zur konventionellen Laparoskopie alle Arbeiten über einen zentralen Zugang erfolgen.

2 Verfahren

Über einen transumbilikal in die Bauchdecke eingebrachten Port können Optik und Instrumente in den Bauchraum vorgeschoben werden. Hierzu ist nur eine ca. 2,5-3 cm lange Inzision der Bauchdecke erforderlich.

Für die Durchführung stehen verschiedene Portsysteme zur Verfügung, z.B.

Durch die verschiedenen Hersteller wurde die Single-Port-Operation mit unterschiedlichen Bezeichnungen belegt. Man spricht in Abhängigkeit des verwendeten Systems auch von

Beide Begriffe werden im Klinikalltag z.T. synonym verwendet.

3 Durchführung

Gegenüber der konventionellen laparoskopischen Verfahren sind die Platzverhältnisse und der Aktionsradius des Operateurs sehr eingeschränkt. Die verwendeten Instrumente sind daher flexibel oder gewinkelt. Ein Umstieg vom konventionellen auf das Single-Port-Verfahren bedeutet damit für den Chirurgen zunächst eine Umgewöhnung.

4 Vorteile

Die Vorteile der Single-Port-Verfahren scheinen in der geringeren Invasivität zu bestehen. Klinische Studien mit großer Fallzahl liegen zur Zeit (2017) noch nicht vor. Operateure und Herstellerfirmen betonen jedoch eine gegenüber herkömmlichen Verfahren

  • bestehende Minderung postoperativer Schmerzen und Komplikationen,
  • das bessere kosmetische Ergebnis, sowie
  • eine kürzere Genesungsdauer.

Für die Kliniken sollen folgende Vorteile bestehen:

Klinische Studien, welche die Single-Port- mit der Multi-Port-Technik verglichen, konnten jedoch - bis auf das kosmetische Ergebnis - keine signifikanten Unterschiede beider Verfahren feststellen.[1]

5 Nachteile

  • Höhere technische Anforderungen an den Operateur
  • Eingeschränkte Manövrierbarkeit der Instrumente
  • Fehlende Möglichkeit zur Triangulation der Instrumente

6 Anwendung

Da der Unterschied der Single-Port-Verfahren zur herkömmlichen laparoskopischen Chirurgie nur in der Anzahl der Zugangswege besteht, bieten SILS und LESS eine Alternative zu den standardisierten laparoskopischen Prozeduren. Beide Verfahren werden bereits in einer Vielzahl von Eingriffen angewandt, sind jedoch zur Zeit (2017) noch kein "Mainstream":

siehe auch: NOTES

7 Quellen

  1. Mehler J et al.: Single-Port-Access-Appendektomie – zukünftiger Standard oder überschätzt? Ergebnisse von 370 Patienten, die im Zeitraum 06/2009 bis 02/2012 bei uns operiert wurden Z Gastroenterol 2012; 50 - K309 DOI: 10.1055/s-0032-1324244

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