Ripple-Mapping
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Synonyme: Ripple-Map, dynamisches elektroanatomisches Mapping
Englisch: ripple mapping
Definition
Das Ripple-Mapping ist ein elektroanatomisches Mappingverfahren zur dynamischen Darstellung intrakardialer Elektrogramme auf einer dreidimensionalen Herzrekonstruktion. Dabei werden lokale elektrische Signale als zeitabhängige vertikale Ausschläge („Ripples“) visualisiert, ohne dass eine manuelle Annotation einzelner Aktivierungszeitpunkte erforderlich ist.
Hintergrund
Konventionelle Aktivierungs-Maps basieren auf der Zuordnung eines einzelnen lokalen Aktivierungszeitpunkts pro Messpunkt. Dies ist insbesondere bei fraktionierten oder niedrigamplitudigen Elektrogrammen problematisch, da relevante Signalanteile verloren gehen können.
Beim Ripple-Mapping wird dagegen die gesamte elektrische Aktivität eines Elektrogramms über die Zeit dargestellt. Jeder Mappingpunkt erzeugt einen vertikalen Ausschlag, dessen Höhe proportional zur Signalamplitude ist. Die zeitliche Abfolge der Ausschläge ermöglicht eine dynamische Darstellung der Erregungsausbreitung.
Dadurch können unter anderem:
- langsame Leitungszonen
- fragmentierte Aktivierung
- funktionelle Blocklinien
- späte Potentiale
- Reentry-Isthmen
sichtbar gemacht werden.
Das Verfahren wird insbesondere zur Analyse ventrikulärer Tachykardien und komplexer atrialer Arrhythmien eingesetzt.
Messung
Die Datenerfassung erfolgt mittels elektroanatomischer Mapping-Systeme und multipolarer Mapping-Katheter. Zahlreiche intrakardiale Elektrogramme werden mit der dreidimensionalen Herzgeometrie verknüpft.
Im Gegensatz zum klassischen Aktivierungs-Mapping erfolgt keine primäre manuelle Annotation lokaler Aktivierungszeiten. Stattdessen werden vollständige bipolare Elektrogramme zeitabhängig dargestellt.
Die Visualisierung erfolgt als animierte Sequenz:
- jeder Mappingpunkt erzeugt einen vertikalen Ausschlag
- die Ausschlaghöhe entspricht der Elektrogrammamplitude
- die zeitliche Bewegung bildet die Aktivierungssequenz ab
Ripple-Mapping kann während Tachykardien, im Sinusrhythmus oder im Rahmen substratbasierter Ablationsstrategien erfolgen.
Interpretation
Ripple-Mapping dient der funktionellen Analyse arrhythmogener Substrate.
Typische Befunde sind:
- kontinuierliche Aktivierungswellen entlang eines Reentry-Kreislaufs
- persistierende Aktivität innerhalb von Narbenarealen
- späte Potentiale nach Ende des Oberflächen-QRS
- Zonen verlangsamter Leitung
Bei ventrikulären Tachykardien können Late Potentials oder Local Abnormal Ventricular Activities (LAVA) als persistierende Ripples innerhalb von Narbenarealen sichtbar werden.
Die Interpretation erfolgt stets in Kombination mit:
Ripple-Mapping ersetzt keine klassische elektrophysiologische Mechanismusanalyse.
Limitationen
Die Aussagekraft des Ripple-Mappings hängt wesentlich von Signalqualität, Punktdichte und Katheterkontakt ab. Zudem besteht die Gefahr einer Überinterpretation unspezifischer Signalanteile.
Das Verfahren liefert keine automatische Arrhythmieanalyse und ersetzt weder klassische Aktivierungs-Maps noch die elektrophysiologische Gesamteinschätzung.
Literatur
- Luther et. al., Ripple mapping: Initial multicenter experience of an intuitive approach to overcoming the limitations of 3D activation mapping, Journal of Cardiovascular Electrophysiology 08/2017
- Arps et. al., Use of Ripple mapping to enhance localization and ablation of outflow tract premature ventricular contractions, Journal of Cardiovascular Electrophysiology 06/2023
- Luther et. al., A Prospective Study of Ripple Mapping the Post-Infarct Ventricular Scar to Guide Substrate Ablation for Ventricular Tachycardia, Circ Arrhythm Electrophysiol . 2016 Jun