Entrainment-Mapping
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Definition
Das Entrainment-Mapping ist ein elektrophysiologisches Verfahren zur funktionellen Analyse von Reentry-Tachykardien. Durch Überstimulation wird der Tachykardiekreislauf beeinflusst, ohne ihn zu terminieren. Die Analyse erlaubt Rückschlüsse auf Lage und Eigenschaften des Reentry-Kreises.
Hintergrund
Reentry-Tachykardien beruhen auf einem geschlossenen Erregungskreislauf mit definierten Leitungsbahnen, funktionellen oder anatomischen Blocklinien und Zonen langsamer Leitung. Voraussetzung ist eine kontinuierliche Erregungsausbreitung mit Wiedererregung zuvor depolarisierter Myokardareale.
Beim Entrainment wird der Kreislauf durch Stimulation mit einer Zykluslänge unterhalb der Tachykardie-Zykluslänge (SCL < TCL) transient übernommen. Die Impulse treten in den Reentry-Kreislauf ein und propagieren orthodrom entlang der Leitungsrichtung sowie antidrom entgegen dieser. Nach Beendigung der Stimulation setzt die Tachykardie mit unveränderter Zykluslänge fort.
Die elektrophysiologische Antwort hängt von der Lage des Stimulationsorts relativ zum Reentry-Kreislauf ab. Eine Einbindung in den Kreislauf führt zu „concealed entrainment“ ohne Veränderung der Oberflächen-EKG-Morphologie, während bei distaler Lage eine Fusion zwischen stimulierter und intrinsischer Aktivierung auftritt. Entscheidend ist die Abgrenzung zwischen funktioneller Beteiligung am Kreislauf, insbesondere im Bereich des kritischen Isthmus, und passiver Aktivierung außerhalb des Kreislaufs.
Messung
Die Durchführung erfolgt während einer anhaltenden Tachykardie mittels programmierter Stimulation über einen intrakardialen Katheter. Die Stimulationsfrequenz liegt geringfügig über der Tachykardiefrequenz.
Erfasst werden:
- Pacing-Zykluslänge
- Tachykardie-Zykluslänge (TCL)
- Elektrogramme am Stimulationsort und Referenzkathetern
Nach Beendigung der Stimulation werden folgende Parameter bestimmt:
- Post-Pacing-Intervall (PPI)
- Differenz zwischen PPI und TCL
Morphologie und Timing der Elektrogramme werden zusätzlich analysiert.
Interpretation
Ein Post-Pacing-Intervall (PPI) nahe der Tachykardie-Zykluslänge (TCL) spricht für eine Lage des Stimulationsorts innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des Reentry-Kreises. Eine Differenz von PPI – TCL ≤ 30 ms weist auf eine Position im Kreislauf hin, während größere Differenzen für eine Distanz zum Kreislauf sprechen.
Die Lokalisation innerhalb des Reentry-Kreises kann anhand des Stimulus-QRS-Intervalls (S–QRS) relativ zur TCL erfolgen:
- ≤ 30 %: Ausgangsbereich des Reentry-Kreises
- 31–50 %: zentrale Lage
- 51–70 %: proximale Position
- 70 %: außerhalb der inneren Schleife des Reentry-Kreises
Das Auftreten eines „concealed entrainment“ mit unveränderter Oberflächen-EKG-Morphologie während der Stimulation spricht für eine Einbindung in den Tachykardiekreislauf.
Die Analyse ermöglicht die Identifikation kritischer Isthmen, von Ein- und Austrittsstellen sowie funktioneller Blocklinien. Die Interpretation erfolgt in Kombination mit Aktivierungs- und Substrat-Mapping.
Limitationen
Die Durchführung erfordert eine stabile, anhaltende Tachykardie. Die Stimulation kann zur Terminierung oder Degeneration der Tachykardie führen. Bei variabler Zykluslänge ist die Interpretation eingeschränkt. Die Aussagekraft ist abhängig von der korrekten Messung des Post-Pacing-Intervalls (PPI). Katheterkontakt und Signalqualität beeinflussen die Befunde.
Abgrenzung
Das Entrainment-Mapping analysiert funktionelle Eigenschaften eines Reentry-Kreises unter Stimulation.
- Das Aktivierungs-Mapping beschreibt die zeitliche Depolarisationssequenz.
- Das Voltage-Mapping dient der strukturellen Substratcharakterisierung.
- Das Pace-Mapping ermöglicht den morphologischen Vergleich von QRS-Komplexen.
Literatur
- Wieczorek, Kursbuch Kardiologische Elektrophysiologie, Thieme-Verlag
- Iden et al., Invasive Elektrophysiologie für Einsteiger, Springer-Verlag
- Hoffmann et al., Interventionelle kardiale Elektrophysiologie – Praxis-Lehrbuch, Springer-Verlag